SPD Fraktion kritisiert sogenannten Kompromiss zwischen DB AG und Thüringer Verkehrsministerium.

Veröffentlicht am 21.04.2010 in Stadtrat

Als befremdlich bezeichnet Weimars SPD Ratsfraktion den im Thüringer Verkehrsministerium ausgehandelten Kompromiss zum neuen ICE Fahrplan ab Dezember.

"Wir können nur schwerlich nachvollziehen, auf welcher objektiven Grundlage der stündliche Halt in Weimar aufgegeben werden soll.", kommentiert Thoralf Canis, Stadtrat und Mitglied im Kulturausschuss. Besonders schmerzlich erscheint die Ausdünnung des Weimarer ICE-Haltes für den Kulturpolitiker, da gerade Weimars Touristen auch in nicht unerheblicher Zahl die Bahn als Reisemittel auf ihrem Weg nach Weimar verwenden. "Hier wird es einen spürbaren Qualitätsverlust für die Reisenden und damit für den Tourismusmagneten Weimar geben.", meint Canis.

Kritik müssen sich Land und Bahn auch mit Blick auf die nicht all zu weite Vergangenheit gefallen lassen. Keine 10 Jahre ist es her, dass Weimar einen stündlichen Halt im ICE Netz bekommen hat. Seinerzeit war die Begründung Weimars besondere Bedeutung im Bereich des Städtetourismus und die verhältnismäßig hohen Fahrgastzahlen am Weimarer Hauptbahnhof für eine Stadt vergleichbarer Größe. Es ist aus Sicht der SPD Fraktion nicht ersichtlich, dass sich im Jahr 1 nach dem besten Tourismusjahr für Weimar etwas grundsätzliches an dieser Begründung geändert habe, auch in Relation zur Wartburgstadt, die ihren stündlichen Halt behalten soll.

Einen Schlag bekommt dadurch auch der Tagungsstandort Weimar. "Weimar gehört zu den beliebtesten Tagungsstandorten in Deutschland", meint Sven Steinbrück, Mitglied im Bau- und Umweltausschuss. Für Tagungsorte ist insbesondere die Anbindung ein entscheidender Faktor. "Hier verliert Weimar klar gegenüber seinen Mitbewerbern im Kongressbereich.", kritisiert Steinbrück.

Die SPD Ratsfraktion mahnt das Landesverkehrsministerium und Minister Carius daher, schnellstens in Nachverhandlungen mit der DB AG zu treten und diesen Kompromiss ohne Grundlage zu revidieren.

Für die SPD Stadtratsfraktion

Thoralf Canis
Sven Steinbrück

 
 

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