SPD-Fraktion informiert sich im Staatl. Förderzentrum

Veröffentlicht am 20.10.2011 in Stadtrat

Kompetenz- und Beratungszentrum für Förderung bis zum Beruf
SPD-Fraktion überzeugt sich vom hohen Engagement im Staatlichen Förderzentrum in der Aue
Sich über Bildung, Betreuung, Förderung und Ausstattung in Suhler Schulen zu informieren, sind für die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl wichtige Aspekte, um richtige Entscheidungen treffen zu können. Das setzt jedoch voraus, sich an Ort und Stelle zu überzeugen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Dazu diente jüngst ein Besuch der SPD-Fraktion im Staatlichen Förderzentrum in der Aue, wie Karin Müller die Fraktionsvorsitzende, mitteilt. Dabei ging es u.a. auch darum, sich von den Auswirkungen der neuen EU-Regelungen und der Umsetzung im Freistaat Thüringen für Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf zu überzeugen.
Ob die Schulleiterin Frau Körnig, die Stellvertreterin und Vereinsvorsitzende, Frau Zapke, die Mitarbeiterin im Mobilen sonderpädagogischen Dienst, Frau Weichler, oder der Schulsozialarbeiter, Herr Widur, bei allen konnten wir das hohe Engagement aller Pädagogen mit Unterstützung des Vereins „Lernen Fördern“ bei ihrer nicht einfachen Arbeit verspüren. Dabei geht es ihnen um die Förderung jedes einzelnen Kindes, um die individuelle auf die jeweilige Beeinträchtigung bezogene sonderpädagogische Förderung, um die Kinder bis zum Berufseinstieg auf die gesellschaftlichen Herausforderungen vorzubereiten.
Nicht nur die speziellen sonderpädagogischen Methoden und Erfahrungen kommen zum Einsatz, auch die gesamte Person ist in hohem Maße gefordert. Und was viele Menschen nicht wissen, hier wird in den Bildungsgängen der Grund- und Regelschule der gleiche Lehrstoff vermittelt. Um das zu ermöglichen, sind Methodenvielfalt, das Lernen mit allen Sinnen und längere Lernabläufe erforderlich. Ausgebildete Sonderpädagogen (Lernen, Sprache, Motorik, auch Händigkeitsdiagnose, Hören und Verhalten) unterrichten Schüler in den Bildungsgängen der Grund- und Regelschule und dem Bildungsgang Lernförderung, wobei in letzterem der Hauptanteil der Schüler unterrichtet wird. Hier erhalten sie die Möglichkeit einen vergleichbaren Hauptschulabschluss und im Regelschulbereich einen Hauptschulabschluss oder einen qualifizierten Hauptschulabschluss zu erreichen. Dennoch besteht der Anspruch des Förderzentrums darin, die Schüler baldmöglichst wieder wohnortnah in ihre Grund- oder Regelschule einzugliedern. Präventiv wird daran schon in der Schulvorbereitenden Einrichtung erfolgreich gearbeitet. Eine Vielzahl der Sonderpädagogen leistet ihren Dienst vor Ort und auch als Mobile Sonderpädagogische Dienste in den Grund- und Regelschulen der Regionen.
Und wer glaubte, nach den ersten Veröffentlichungen der neuen EU-Richtlinien, dass damit die Förderzentren generell aufgelöst werden könnten, der muss sich eines Besseren belehren lassen. Sicherlich sollten Kinder nicht vorzeitig in Förderzentren eingeschult, sondern in andere Schulen integriert und dort versucht werden, dass sie mit der erforderlichen Förderung die schulischen Anforderungen und sozialen Kontakte erreichen. Aber bei einer Anzahl von Schülern wird das nicht gehen, da die individuelle Förderung nicht in erforderlichem Maße möglich sein wird. Deshalb wird es weiter die Förderzentren geben müssen. Wir waren erstaunt, mit welchen Einrichtungen da alles zusammengearbeitet wird.
Zum Netzwerk des Förderzentrums gehören alle Schularten der Region, das Sozialpädriatische Zentrum Suhl, das Jugendamt, die sozialen Dienste, die Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologen, das Sozialamt, der Kinder- und Jugendärztliche Dienst, die Agentur für Arbeit, das BTZ Rohr und Berufseinstiegsbegleiter.
Um all diesen ständig wachsenden Problemfeldern gerecht zu werden, bedarf es im Förderzentrum auch einer besonderen Ausstattung mit speziell eingerichteten Klassen- und Förderräumen. Das sind u.a. ein Snoezle-Raum, ein Spiegel- und Motorikraum, ein Ergotherapieraum und ein Räum für ein Hör-Lese-Training. Diese Möglichkeiten nutzen Schüler dieser Schule mit Körperbehinderungen, Sprach- und Verhaltensstörungen. Das Angebot besteht auch für Schüler die integrativ in Grund- und Regelschulen beschult werden. Derzeit sind ca. 157 Kinder in der Fördereinrichtung, ein Rückgang aufgrund der neuen Regelungen zur Integration förderfähiger Kinder ist kaum zu verzeichnen. Auch ca. 20 Heimkinder werden unterrichtet.
Und was uns als Fraktion beeindruckt hat ist, mit welchem Einsatz alle an der Einrichtung Tätigen die Kinder begleiten sogar bis zum Berufseinstieg. Der Hauptschulabschluss am Förderzentrum, der gleichwertig wie an anderen Schulen ist, macht es dennoch schwieriger beruflich unterzukommen. Es wird das Projekt Berufspraxis erleben mit dem BTZ Rohr durchgeführt. Vorher findet eine Berufsvorbereitung mit Berufseinstiegsbegleiter statt. Auch hier wirkt die enge Zusammenarbeit mit dem Sozialarbeiter an der Schule positiv.
Das Förderzentrum als Ganztagsschule benötigt ständig Hilfe und Förderer. Eine große Hilfe erfährt die Schule durch den Verein „ Lernen Fördern“ e.V. Suhl. Der Verein ist ein wichtiges Bindeglied zu den Eltern und er sucht und pflegt Kontakte zu den Sponsoren, denn viele Ausstattungen sind finanziell nur auf diesem Wege zu realisieren. Mit seiner Unterstützung konnten so finanzielle Mittel für die Ausstattung der o.g. Räume sowie für den Schülerclub, die Bibliothek und das entsprechende zusätzliche Fachpersonal ermöglicht werden.
Uns als SPD-Fraktion hat natürlich auch der Zustand der räumlichen Unterbringung interessiert. Derzeit wird in den beiden Gebäuden dem „vorderen“ an der Würzburger Straße und dem „hinteren am Wasser“ Auenstraße, unterrichtet und betreut. Wie es der künftige Rahmenplan Aue vorsieht, soll es nur noch ein Gebäude sein. Welches ist eine gute Frage, denn im hinteren Gebäude wurde instandhaltungsmäßig mehr gemacht, auch was die einzelnen Kabinette betrifft. Aber im vorderen sind straßenseitig schallgedämpfte Fenster und es ist ein Fahrstuhl vorhanden, der sehr wichtig ist. Egal welches Gebäude, Sanierungsmaßnahmen sind auch im Förderzentrum notwendig.
Wir waren uns einig, derart wichtige Einrichtungen wird es aufgrund sonderpädagogischer Erfordernisse zur individuellen Förderung weiterhin geben müssen. Dabei hat sich das Förderzentrum Suhl mit seinem hoch motovierten und durch viele Ausbildungen qualifiziertem Personal bereits zu einem Kompetenz- und Beratungszentrum entwickelt, das es zu erhalten und weiter auszubauen gilt. Das Förderzentrum solle weiterhin seinen festen Bestandteil in der Bildungspolitik in Thüringen haben, das ist das Resümee der SPD-Fraktion.

Karin Müller

 
 

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