Die Hundesteuersatzung beschäftigt frühestens im Mai den Stadtrat und wird so geändert, dass auch in Gera gefährliche Hunde mit 672 statt 92 Euro im Jahr höher besteuert werden.
Das folgt aus den jetzt vorliegenden Antworten der Stadtverwaltung auf Fragen von Stadtratsmitglied Heiner Fritzsche (SPD), die zur Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses vergangene Woche noch nicht beantwortet waren, weswegen dieser das Thema vertagte
Derzeit gibt es in Gera 38 als gefährlich eingestufte Hunde, heißt es in der Antwort. Nur einer davon wird auch höher besteuert, weil er aufgefallen war. Alle anderen Pitbull-, American Staffordshire-, Staffordshire- und Bullterrier, sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden, gelten zwar nach dem Thüringer Tiergefahrengesetz, welches eine sehr kurze Rasseliste hat, als gefährlich, werden aber bisher in Gera, anders als in anderen Städten, wie jeder andere Hund besteuert, wundert sich Fritzsche.
Ziel einer höheren Besteuerung ist, dass es unattraktiv ist, gefährliche Hunde zu halten. Die Thüringer Landesregierung plant derzeit eine Gesetzesänderung, wonach diese als gefährlich eingestuften Hunde nach einem positiv bestandenen Wesenstest nicht mehr als gefährlich gelten und in der Folge so auch nicht mehr höher zu besteuern wären, was auch Fritzsche begrüßt.
Jedoch geben die Antworten auch Anlass zu weiteren Fragen. So gab es in den letzten fünf Jahren 78 Vorfälle wie Beißattacken und Bedrohungen, doch wurden nur 33 Wesentests durchgeführt. Warum, das will Fritzsche jetzt in Nachfragen wissen, und außerdem erfahren, welche Folgen die Nichtbeachtung der Forderung nach einem Wesenstest hat, wie viele und welche Ordnungswidrigkeiten es bezüglich gefährlicher Hunde gab und wie realistisch die Zahl der angemeldeten Hunde und die Rasseangabe eingeschätzt wird.
In Gera unterliegen derzeit 3.583 als Ersthund, 132 als Zweithund und 6 als Dritt- bzw. weiterer Hund der Besteuerung.