Das von der Verwaltung vorgelegte Zahlenmaterial ist nicht aktuell. Das Wahlrecht der Eltern muss gesichert werden.
Die SPD-Fraktion im Weimarer Stadtrat fordert, den von der Verwaltung vorgelegten Bedarfsplan für Kindertagesstätten entsprechend aktueller Zahlen zu verschieben und nachzubessern sowie das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern nicht willkürlich zu beschneiden.
"Es darf nicht sein, dass durch die Schließung von insgesamt 9 Kita- Gruppen Eltern gezwungen werden, in andere Stadtteile auszuweichen. Wenn der Bedarf da ist, müssen Gruppen erhalten werden. Ich wünsche mir, dass es zwischen den Weimarer Kitas einen fairen Wettbewerb gibt, bei dem die Eltern entscheiden, wo ihr Kind am besten aufgehoben ist, und nicht die Verwaltung entscheidet," fasste Matthias Bettenhäuser, amtierender Fraktionsvorsitzender, die Ergebnisse zusammen.
Folgende Punkte sind den Sozialdemokraten besonders wichtig und sollen in die Stadtratsberatung am kommenden Mittwoch diskutiert werden:
Die Beschlussempfehlung des Jugendamtes und des Jugendhilfeausschusses setzt den Gruppenabbau in der Kita Waldstadt in Schöndorf (3 Gruppen) und in der Kita Kinderland in Weimar West (2 Gruppen) still und heimlich voraus ohne den Abbau offen zur Diskussion zu stellen. (Die Verwaltungsvorlage schlägt namentlich nur die Schließung von vier weiteren Gruppen vor.)
Der Bedarfsplan orientiert sich an veralteten Anmeldezahlen aus dem Februar, die mittlerweile überholt sind. U.a. in der Kita- Waldstadt und in der Kita Kirschbachtal sind die Anmeldezahlen jetzt so hoch, dass Gruppen erhalten werden können.
Die Kitas in Schöndorf werden durch die Schließung nicht genügend Plätze im Wohngebiet vorgehalten, so dass Eltern in andere Stadtteile ausweichen müssen. Eine Wohnortnähe ist damit nicht mehr gegeben.
Das Jugendamt soll sich bei der Planung und Finanzierung, wie auch vom Land Thüringen ab 1.1.06 geplant, an den tatsächlichen Kinderzahlen und nicht an Gruppen orientieren.
Ziel ist ein fairer Wettbewerb zwischen den Kitas. Die Eltern sollen entscheiden, welche Kita für ihr Kind die beste ist.
Qualitativ gute Kitas wie die Kita Waldstadt mit der Schule der Phantasie dürfen nicht durch unnötige Gruppenschließungen gefährdet werden.
Das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern bei der Kita- Platzauswahl sollte das oberste Gebot sein.
Kündigungen sind bei einem notwendigen Gruppenabbau unbedingt zu vermeiden, da davon in der Regel junge und neue Erzieherinnen betroffen sind, die die Kitas in der Zukunft führen sollen.
Das Jugendamt soll einen Vorschlag unterbreiten, wonach Mehrfachanmeldungen in Kitas durch Eltern erfasst werden können.
Im Ergebnis aller Punkte fordert die SPD-Fraktion die Verschiebung des Kita-Bedarfsplanes. Die Verwaltung soll sich diesbezüglich mit den entsprechenden Landesbehörden abstimmen.
Das Jugendamt soll mit den freien Trägern eine einvernehmliche Lösung suchen, um die bisherigen Missstände zu beheben und trotzdem die notwendigen Einspareffekte zu realisieren.