So war das Iusy Festival 2006

Veröffentlicht am 02.08.2006 in Internationales

Eine Genossin aus Thüringen schreibt von Estland aus, einen Bericht über das Iusy Festival in Spanien

Das IUSY Festival 2006 in Alicante Spanien

Aus der Perspektive einer gerade Gelandeten ist ein IUSY- Festival vor allem eins; anstrengend. Womit natürlich noch nicht gesagt ist, was es eigentlich bedeutet.

Nun aus der Perspektive einer ausgeruhten Gelandeten, sind die Eindrücke schon etwas weicher, weniger harsch. Und dennoch nur die Hartgesottenen halten eine Woche Schlafentzug gekoppelt mit einer Menge Alkohol (sprich schlechtes holländisches Bier und noch schlechteren Sangria) und anschließendem Arbeitsprogramm durch. Solche Festivals, sind meiner Meinung, nach die Kaderschmiede für junge ambitionierte angehende Politiker. Nur die Harten werden auch nächtelange Verhandlungsrunden und Besäufnisse mit anschließender Beschlussfassung durchhalten. Ich falle da durch, andere aus unserer Delegation konnten auch 24 oder 48 Stunden komplett ohne Schlaf auskommen, und sich immer noch auf die Jagd nach möglichen Tauschobjekten begeben. Besonders begehrt war der Tausch von Kleidungsstücken vor allem T-Shirts mit ausländischen Delegationen. Manche machte auch schon der Tausch von T-Shirt zu Haargummi glücklich. Auch wenn die sozialen Fähigkeiten kaum unter dem Schlafmangel litten, doch so die politische Arbeit. Aber natürlich eher in andern Delegationen als in der eigenen. Die Sprachbarrieren konnten nicht immer überwunden werden und so blieben wohl die meisten dem eigenen Sprachraum treu. Um sich sozial zu verständigen war Sprache auch nicht unbedingt notwendig, man fand auch so zueinander.

Alle vereint die Grundidee der Solidarität, die man sofort an der Zahl der gestohlenen Zelte messen konnte. Die Mecklenburg- Vorpommer hatten Pech, sie gehörten zu den letzten Anreisenden und verbrachten die erste nach unter freiem Himmel. Wie heißt es doch so schön in der solidarischen Gemeinschaft, wer zu erst kommt, mahlt zuerst? Der Großteil der ThüringerInnen wechselte nach der ersten heißen Nacht im 3-Mann, Frau- Zelt eh unter den freien Himmel, wo es selbst da unerträglich heiß blieb.
Im Vorbereitungspapier wurden 7000 junge Menschen angekündigt, die Zahl verringerte sich schließlich auf 4000 und betrachtet man die Partizipation in den Workshops, betrachtete der Großteil der Anwesenden dieses Treffen vor allem als Urlaub. Die lockere spanische Art mit Uhrzeit und Organisation trug ihren Teil dazu bei.

Abgesehen vom Auftritt des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero, der zur neuen Leitfigur der europäischen Linken geworden ist, blieben die Veranstaltungen häufig gemütlich und deutlich deutschem Anteil. Zapatero als neue Kultfigur zog nicht nur als erste Amtshandlung die spanischen Truppen aus dem Irakkrieg, er liberalisierte auch die Rechte der Homosexuellen, initiierte ein neues Wohlfahrtstaatliches Programm mit Wohnungsbau und schuf Zugang zu freier unbezahlter Bildung, während doch der Großteil der europäischen Staaten in eine andere Richtung geht. Was ihn aber auf diesem Festival so populär machte, war die Anhebung der spanischen Mittel für eine nachhaltige Entwicklung der Entwicklungsländer auf die vereinbarten 0,7 Prozent. Damit gehört die spanische Regierung zu den wenigen europäischen Staaten, die sich der Verpflichtung die UN Millenium Development Goals zu erreichen angenährt hat. Die acht Ziele der Weltgemeinschaft reichen von Verringerung der weltweiten Armut bis zur Eindämmung der HIV/Aids Infektionen. Deutschland hat seine Verpflichtung noch nicht eingelöst, nur am Rande erwähnt.

Die politisch prekäre Lage im Israelisch- libanesischen Konflikt dieser Tage, wurde eine gesonderte Rolle und Konferenz eingeräumt. Dass wir Frieden im Nahen und Mittleren Osten benötigen, scheint Konsens zu sein und zeigt wie verzweifelt die Lage zu sein scheint wenn das Zusammenbringen der Konfliktparteien als Erfolg gefeiert wird.

Das nächste IUSY- Treffen wird in Berlin stattfinden. Es wird wohl alles ein bisschen geordneter und damit vielleicht auch weniger entspannt zugehen, wofür wir dann aber auch immer noch das Wetter verantwortlich machen können.

Jana Podßuweit

Pärnu, 01.August.2006

 
 

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