Saturn in Jena

Veröffentlicht am 15.02.2008 in Arbeit & Wirtschaft

Sandra Hillesheim

Ein Gastkommentar zum Kommentar der OTZ vom 15.02.08. Es ist ein Erfolg, dass Jena im Jahr der Wissenschaften sein vier Sterne Tagungshotel erhalten kann.

Ja es ist ein Erfolg, dass das Esplanade in seiner jetzigen Struktur in 2008 erhalten bleibt. Und dies hat Gründe.
Erstens: Dass der Immobilienfonds HSF 12 von seinem Vorhaben absieht, die Goethe Galerie um zubauen, zeugt von einem einsetzenden Realitätssinn und von einem Renditedenken das sich endlich auf Nachhaltigkeit beruft. Einen Qualitätsstandort zu entwickeln und zu sichern, benötigt oft einen langen Atem. Auch im Sinne der Anleger, denen bei der Präsentation des Fonds 1997 eine durchschnittliche Rendite von 5,5% versprochen wurde und die im Jahr 2007 lediglich 1% betrug. (Da ist das Geld mit höherer Verzinsung auf dem Sparbuch besser aufgehoben, wenn es denn nicht die Steuerspargelder wären...). Maßgeblich scheint hier eine falsche Investitionspolitik seitens des Fonds verantwortlich zu sein, die letztendlich dazu führte dass deren Geschäftsführer Herr Dr. Hut seinen selbigen nehmen durfte.
Zweitens: Es eröffnet neue Stadtentwicklungsmöglichkeiten. Dass die Saturn-Media-Holding in Jenas Innenstadt einen Standort haben möchte, ist bei der gesamten Konzernausrichtung unstrittig. Dass dadurch eine Entwicklungsmöglichkeit für das Inselplatzareal für Wohn- und Handelsbebauung gegeben ist, scheint auf der Hand zu liegen. Dazu müssen Stadtverwaltung und Stadtrat gemeinsam schnell handeln. Es gilt Baurecht zu schaffen.
Drittens: Dass neue Arbeitsplätze bei Saturn entstehen, ist logisch - dass es für Jena im Elektrofachbereich mehr werden, eher nicht. Um dem Konzern nicht nahe treten zu wollen, so ist es doch Ziel, eine Markt beherrschende Stellung zu erreichen. Hier wird es wohl eher auf eine Umlagerung von Arbeitsplätzen hinauslaufen.
Wenn Arbeitsplätze entstehen, so entstehen sie durch das neue Umfeld, das eine geordnete Stadtentwicklung im Bereich Inselplatz schaffen kann.
Viertens: Das Hotel, das Wirtschaft und Wissenschaft in Jena benötigen, bleibt zumindest für 2008 erhalten.
Damit dies so bleibt, liegen die Hausaufgaben bei der Politik, die entsprechende Rahmenbedingungen für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung verabschieden muss.
Sandra Hillesheim, Harald Kalbfuß

 
 

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