Staatsekretär Prof. Merten mit dem Poster von Antje Krug Eisenach.
„Laut einer im September 2009 veröffentlichten Studie der OECD lebt jedes sechste Kind in Deutschland in Armut. Dies bedeutet, dass die Haushalte in denen sie leben weniger als 50% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben.
In Thüringen ist die Situation noch schwieriger: Die Schweizer Beratungsfirma Prognos AG geht beispielsweise davon aus, dass 26% der Kinder im Freistaat in einem Haushalt mit Armutsrisiko leben.
Vielmehr wird darauf hingewiesen, dass Chancengleichheit im Bildungssystem und Teilhabemöglichkeiten der Eltern - oder des allein erziehenden Elternteils - an der Gesellschaft entscheidende Faktoren für die Vermeidung von Armut sind.
Dort besteht für die Thüringer Landespolitik die Möglichkeit zur deutlichen Verbesserung der Situation armer Kinder.
Das Bildungssystem kann das Problem entschärfen oder - wie es häufig bislang der Fall ist - Teil des Problems sein. Teilhabechancen an der Gesellschaft können mit Instrumenten der Landespolitik eröffnet werden“.
So der interessante Text in der Einladung zu einem Vortrag der Friedrich- Ebert- Stiftung im Eisenacher „Goldenen Löwen“.
Interessant auch der Referent, kein geringerer als Prof. Dr. Roland Merten SPD, seit einigen Tagen Staatssekretär im Thüringer Kultusministerium.

So war es keine Überraschung, dass die vorhandenen Plätze im „Goldenen Löwen“ vollständig mit einem interessierten fachkundigen Publikum besetzt waren.
Prof. Merten sieht es als eine vordringliche Aufgabe der neuen Thüringer Landesregierung an, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.
Seine Ausführungen zum Thema Kinder- und Jugendarmut in Thüringen waren mit interessanten Fakten und Statistiken hinterlegt.
Prof. Merten ist überzeugt, Politik kann gestaltend eingreifen, Thüringen nachhaltig sozial zu gestalten.
Einen Schwerpunkt der Gestaltungsmölichkeiten liegt im Bereich der Bildung.
Das neue Thüringer Kitagesetz stehe nicht unter einen „Haushaltsvorbehalt“, die 2000 neuen Erzieherstellen sollen also realisiert werden.
Als eine weitere Maßnahme im Bereich Bildung ist vorgesehen, den Thüringer Bildungsplan bis zum 18. Lebensjahr fortzuschreiben.
Angestrebt wir vom neuen Staatsekretär im Thüringer Kultusministerium, das Schüler von den Klassenstufen 4 bis 8 ins Gymnasium wechseln können.
„Es kann nicht sein, dass wir ein System der pädagogischen Ungerechtigkeiten fördern“ so Prof. Merten.
Als konkrete Maßnahmen den Bedarf von 2500 Lehren bis 2015 abzusichern, ist im Frühjahr 2010 die Einstellung von 200 neuen Lehrern und im Herbst 2010 die Einstellung von 300 neuen Lehrern in Thüringen geplant.
In der interessanten und sehr qualifiziert geführten Diskussion wurden Fragen zum lebenslangen Lernen, der Weiterbildung der Lehrer, des Projektes Thüringer Gemeinschaftsschule, sowie Ausbildung und Qualifikation von Erzieherinnen angesprochen.
Zu allen Fragen konnte Prof. Merten überzeugende Antworten geben.
Um auf ihr Projekt von Eltern –Kind- Kompetenzzentren aufmerksam zu machen überreichte Antje Krug SPD Ortsverein Bad Salzungen- Leimbach, dem Staatssekretär eines ihrer Poster.
Antjes Projekt fand auch großes Interesse beim fachkundigen Publikum. So musste Antje am Ende der Veranstaltung viele Fragen beantworten.
Insgesamt eine sehr informative und niveauvolle Veranstaltung, die auch an anderen Orten fortgesetzt werden sollte.
Text u. Fotos: R.Christ