„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers „Emma“ und BMW-Zwangsarbei

Veröffentlicht am 14.04.2010 in Allgemein

„Lasst uns immer wieder über das Unrecht erzählen, die Orte und Plätze des Leids markieren, um unserer Freiheit und Menschlichkeit willen“, betonte Oberpfarrer Stephan Köhler während der Gedenkveranstaltung an der Stätte des ehemaligen Außenlagers „Emma“ des KZ Buchenwald an einem Waldstück in der Nähe von Hötzelsroda (Eisenach).

An der im Jahr 2006 errichteten Betonstele gedachten 65 Jahre nach der Befreiung viele Menschen, darunter BMW-Geschäftsführer Thomas Michel, der Opfer. „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, mit diesem Zitat von Wilhelm von Humboldt richtete Eisenachs Bürgermeisterin Ute Lieske einen eindringlichen Appell gegen das Vergessen oder Verdrängen. „Wir erinnern uns, dass hier, in unserer Stadt ein Außenlager des KZ Buchenwald war und dass hier Menschen misshandelt und ermordet wurden. Dieses Außenlager war lange Zeit eine vergessene Geschichte. Das Erinnern dient deshalb der Wiederherstellung von Verbindungen. Insbesondere gedenken wir derer, die im Konzentrationslager „Emma“ ums Leben kamen. Wir gedenken der Opfer – ihrer Angst, ihrer Ohnmacht und ihrer Qual“, betonte Ute Lieske. Die Bürgermeisterin blickte zurück:
„Zunächst dienten Konzentrationslager der Ausschaltung der Opposition. Der Terror, der an den politischen Gegnern des Nationalsozialismus ausgeübt wurde, sollte bewirken, dass jede Kritik an dem neuen Regime schon im Keim erstickt wurde. Schon bald traf die Verfolgung nicht nur anders Denkende, sondern alle Bevölkerungsgruppen, die den Nazis nicht genehm waren, die nicht in ihr Weltbild passten, Sinti, Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Juden. Ende Februar 1942, als sich abzeichnete, dass der Kriegsverlauf sich zu Ungunsten Deutschlands entwickelte, ordnete Hitler den Einsatz von KZ-Häftlingen in der Waffenproduktion an. Die SS hatte die Idee, dass man die Arbeitskraft der Häftlinge noch nutzen könne, bevor man sie umbrachte; und noch wirkungsvoller, dass man sie durch restlose Ausbeutung gleichzeitig nutzen und töten könne. Die Perversion erreichte ihren höchsten Grad: Ausgerechnet jene, die die Nazis restlos ausrotten wollten, sollte nun das „tausendjährige Reich“ vor dem Untergang retten. Im Zusammenhang mit dem Rüstungseinsatz der Häftlinge entstand um alle großen Konzentrationslager ein riesiges Netz von Außenlagern. Sie wurden in der Nähe von Standorten der Industrie angelegt.“ Das Programm „Vernichtung durch Arbeit“ war geboren.
Ute Lieske betonte, „die Schrecken der Konzentrationslager dürfen nicht dem Vergessen anheim fallen. Die Stadt Eisenach ist sich hier Ihrer Verantwortung voll und ganz bewusst.
Wir haben die Pflicht, den von schwerstem Unrecht betroffenen Menschen und ihren Angehörigen zu sagen, dass wir uns ihrer Biographien, ihres Leids erinnern. Ihr Schicksal mahnt uns, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, neuen Hass und neues Unrecht rechtzeitig und entschieden zu bekämpfen“ und erinnerte an den Satz bei Joel, „saget euren Kindern davon und lasset’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese Kinder ihren Nachkommen.“

Th. Levknecht

 
 

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