Diskussion beim Stammtisch der SPD Eisenach-West/ Wunsch nach Kunstrasenplatz
Der im Zuge des Hochwasserschutzes und der Erweiterung des Opel-Werkes Eisenach vorgesehene Rückbau des Sportplatzes in Stedtfeld war ein Thema beim jüngsten Stammtisch der SPD Eisenach-West. Als „Ausgleichsmaßnahme“ hatte sich der Ortsteilrat Stedtfeld ganz knapp (mit 3:2 Stimmen) für eine multifunktionale Kleinfeld-Sportanlage, gegen einen Großfeld-Sportplatz, ausgesprochen. „Noch einen Sportplatz weniger, das verkraftet der Eisenacher Fußball nicht“, argumentierten anwesende Fußballer und erinnerten, dass Mitte der 90er Jahre bereits die Sportstätte „Frieden“ in der Kasseler Straße auf Betreiben der CDU und „Bürger für Eisenach“ geschlossen wurde.
Damit sei schon eine wichtige Trainings- und Wettkampfstätte, insbesondere auch für die Wintermonate, weggefallen, obwohl der Sanitärtrakt erst kurz zuvor erneuert worden war. „Mit einem Fußballturnier und einem Konzert von Veronika Fischer & Band, veranstaltet von den Jusos, nahmen wir seinerzeit Abschied von einer Traditions-Sportstätte mit legendärer Holztribüne“, erinnerte sich SPD-Stadtratsmitglied Thomas Levknecht. Nun muss erneut um einen Sportplatz gebangt werden. Der Sportplatz in Stedtfeld wird derzeit von zwei Männer- und sechs Nachwuchsmannschaften zum regelmäßigen Trainings- und Punktspielbetrieb genutzt, ist also hoch frequentiert. Die ortsansässige SG Hörseltal Stedtfeld ist im Sommer dieses Jahres im neugegründeten F.C. Eisenach aufgegangen. Das hatte die Mitgliederversammlung der SG Hörseltal beschlossen. Somit nutzen weiterhin zahlreiche Sportler aus Stedtfeld den Sportplatz in Stedtfeld. „Der Kreisfachausschuss Eisenach des Thüringer Fußballverbandes hat klar Stellung bezogen“, berichtete Thomas Levknecht und zitierte aus einem Schreiben: „Im Fußballkreis und insbesondere in der Stadt Eisenach besteht ohnehin ein Mängel an geeigneten Fußballsportplätzen. Dies belastet den Spielbetrieb unseres Kreises erheblich. Der Wegfall des Sportplatzes Stedtfeld würde die bestehenden Probleme weiter vergrößern und wäre kontraproduktiv gegenüber den Bemühungen der Stadt Eisenach, die Bedingungen für den Sport, nach der Sanierung des Wartburgstadions, weiter zu verbessern.“ Bei einer Verlagerung des Trainings- und Wettkampfbetriebes in einen anderen Teil der Stadt würden automatisch Stedtfelder Sportler, insbesondere Kinder und Jugendliche, im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben, deren Eltern ihre Sprösslinge eben nicht transportieren können, appellierte der KFA-Vorsitzender Karsten Krause in Richtung der Verantwortungsträger, auch in Stedtfeld. SPD-Ratsmitglied Thomas Levknecht stellte klar, dass eine Entscheidung über das Wie und Wo einer neuen Sportanlage bei Wegfall des Sportplatzes Stedtfeld im Eisenacher Stadtrat getroffen werde. Der zuständige Fachausschuss werde im Vorfeld intensiv beraten und natürlich auch die Sportgremien wie KFA Fußball und Kreissportbund mit einbeziehen.
Im Zuge der Diskussion beim SPD-Stammtisch erneuerten Fußballer verschiedener Vereine ihren Wunsch nach einem Kunstrasenplatz. „In vielen Städten und Gemeinden in Thüringen haben sich durch Kunstrasenplätze die Trainings- und Wettkampfbedingungen für die Fußballer verbessert. Gerade in den Wintermonaten ist der Trainingsbetrieb auf dem Hartplatz Katzenaue einer gezielten Vorbereitung der Rückrunde abträglich, zumal sich mehrere Vereine den Platz teilen müssen, oftmals nur eine Hälfte zur Verfügung steht“, unterstrich ein aktiver Fußballer. Die Erhaltung der Sportstätten, der tägliche Trainings- und Wettkampfbetrieb, Sanierung oder gar Neubau koste Geld. Den eingetragenen Vereinen der Stadt Eisenach würden die städtischen Sportstätten kostenfrei zur Nutzung überlassen, so Thomas Levknecht. Er berichtete aus Wismar, wo sich bereits vor Jahren die Sportvereine, der Stadtsportbund und die Hansestadt Wismar auf einen monatlichen Obolus aller Mitglieder der Sportvereine für die Nutzung der Sportanlagen verständigt haben. Die eingenommenen Mittel kommen ausschließlich dem Sport zugute. Inzwischen existieren in Wismar beispielsweise zwei Kunstrasenplätze, einer mit Flutlicht. „Wenn in die eigene Tasche gegriffen wird, gehen die Sportler wahrscheinlich auch mit mehr Respekt und Achtung mit den Sportanlagen um“, argumentierte ein Mitarbeiter eines Reinigungsunternehmens, der bei der nächtlichen Säuberung der einen oder anderen Sporthalle auf unnötige Hinterlassenschaften der Sportgruppen trifft und sich darüber ärgert. In der anstehenden Diskussion um die Fortschreibung der Sportstättenleitplanung werde die gesamte Problematik des Sports in Eisenach beleuchtet, betonte SPD-Ratsmitglied Thomas Levknecht. In Oberbürgermeister Matthias Doht habe er einen Partner mit offenen Ohren für die Belange des Sports. Allen recht machen und Wunderdinge vollbringen könne dieser, trotz intensivster Bemühungen, allerdings nicht.
Th. Levknecht