Minus 13 Prozent bei den Stundenlöhnen in sechs Jahren – preisbereinigt. So die Bilanz für die Beschäftigten im unteren Viertel der Einkommenspyramide. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sanken von 7,23 Euro im Jahr 2000 auf 6,84 Euro 2006. Selbst das „obere Viertel“ der Beschäftigten konnte sich über die Jahre nur leicht verbessern, im Schnitt um gut zwei Prozent – unter Berücksichtigung der Inflation.
„Der Aufschwung kommt bei den Menschen an.“, sagt Kanzlerin Merkel. Bei einigen stimmt das auch: Die Gewinne und Vermögenseinkommen sind um 45 Prozent gestiegen, preisbereinigt um über 30 Prozent.
Die immer krassere soziale Spaltung der Gesellschaft ist politisch gewollt: Rot-
Grün und Schwarz-Rot machten den Weg frei für immer mehr Leiharbeit, Befristungen,
Minijobs, Ein-Euro-Jobber und sozial ungesicherte Scheinselbstständige.
Durch Hartz IV mit Fortfall des Zumutbarkeitsschutzes wird Lohndrückerei vorangetrieben. Für Unternehmen und Vermögende dagegen gab es großzügige Steuersenkungen.
Schon 22 Prozent der Beschäftigten müssen im Niedriglohnbereich arbeiten.
Der Trend zu immer mehr Lohndumpingmuss gestoppt werden. Vor allem durch
einen gesetzlichen Mindestlohn, der von 7,50 schrittweise auf neun Euro steigt.
Quelle: Ver.di Wirtschaftspolitik Aktuell Nr. 17/2008