Vergangenen Freitag wurde die Hochschulgruppe der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in Ilmenau neugegründet. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Campus in Ilmenau zunehmend entpolitisiert ist“, so Gründungsmitglied Martin Anders. Dabei verlangen die aktuellen Herausforderungen an deutschen Universitäten gerade das politische Engagement der Studierenden. Genannt wurde dabei vor allem das Problem des mangelnden sozialen Wohnraums und der damit zusammenhängenden zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit und sozialen Ausgrenzung an den Hochschulen. „Es braucht endlich eine kritische Hochschulgruppe links von den liberalen und konservativen Kreisen“, heißt es dazu von Anders. So wird trotz Zivilklausel an der TU Ilmenau unter dem Deckmantel der Grundlagenforschung im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr gearbeitet. Dies störte bislang keine Hochschulgruppe.
Zudem wird sich die Juso-Hochschulgruppe an den „Step-Against" Protesten in Erfurt am 11.12. beteiligen und die Ilmenauer Studierenden zur Teilnahme mobilisieren. Hintergrund dieser Aktion sind die geplanten Kürzungen an Thüringer Hochschulen, welche im Struktur Entwicklungsplan 2020 vorgesehen sind. Allein in Ilmenau sollen 52 Vollzeitäquivalente gestrichen werden.
Die Gründungsmitglieder sprachen sich zudem dafür aus, die Stadt Ilmenau und den Ilmenauer Campus einander näher zu bringen. Bisher existieren diese mehr als Parallelgesellschaften nebeneinander. „Eine bessere Kommunikation mit den Bürger_innen und Studenden durch gezielte Aktionen und mehr Informationen soll bei beiden Seiten mehr Verständnis füreinander schaffen“, so Gründungsmitglied Kathrin Reinhardt. Die Absicht sich künftig mehr in das politische und gesellschaftliche Leben in Ilmenau einzubringen zeigt sich auch daran, dass sich einige Namen der Hochschulgruppenmitglieder im Gespräch für die Liste der Kommunalwahlen wiederfinden werden.
Neben den interessierten Studierenden nahmen an der Gründungsveranstaltung auch der Fraktionsvorsitzende der SPD Fraktion im Ilmenauer Stadtrat Reinhardt Schramm, der Ortsvereinsvorsitzende der SPD Ilmenau und Direktkandidat für die Landtagswahl Stefan Sandmann, sowie zahlreiche Mitglieder des Kreisverbands der Jusos Ilm-Kreis teil. Alle machten ihre Freude darüber deutlich, dass die Juso-Hochschulgruppe sich am Campus und in der Stadt einbringen will. Unterstützung für die Arbeit der Hochschulgruppe wurde von allen Seiten versichert.










