Matschie: Thüringer Niedriglöhne nicht länger hinnehmbar - Faire Löhne sind ein Standortvorteil

Veröffentlicht am 04.08.2009 in Arbeit & Wirtschaft

"Faire Löhne bringen einen Schub für den Wirtschaftsstandort Thüringen“, sagt Christoph Matschie, Ministerpräsidentenkandidat der SPD Thüringen, mit Blick auf die aktuelle Studie des DGB. Demnach werden im Freistaat bei bundesweit längster Arbeitszeit die niedrigsten Löhne gezahlt.

Thüringen sei mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15,54 Euro Schlusslicht aller Bundesländer. Monatlich rund 550 Euro weniger verdienten die Thüringer im Vergleich zu den Kollegen in den westdeutschen Ländern. Billiglohn ist laut DGB Hauptgrund für die Abwanderung junger Fachkräfte aus Thüringen.

Matschie bekräftigte seine Kritik an der Thüringer Landesregierung und ihrer Niedriglohn-Ideologie: "Faire Löhne sind ein Standortvorteil. Sie sorgen für einen Konsumschub und schaffen damit neue Jobs - das bestätigen aktuelle Studien von Wirtschaftsexperten und alle Erfahrungen in den westeuropäischen Ländern, die gesetzliche Mindestlöhne längst eingeführt haben." Auch das aktuelle Gutachten von „Econometics“ prognostiziere, dass gesetzlicher Mindestlohn in
Deutschland kurzfristig bis zu 225.00 neue Arbeitsplätze schaffe. Langfristig könnten sogar 600.000 Jobs entstehen.

Die erst vor wenigen Tagen von der Thüringer SPD gestartete Initiative "Thüringen verdient mehr" stoße auf große Zustimmung bei den Menschen im Land. „Mehrere tausend Unterschriften haben wir bereits im Kasten“, freut sich Matschie und kündigt für die Regierungsübernahme ein ganzes Paket wirksamer Maßnahmen an: Ein Tarifbündnis mit Gewerkschaften und Arbeitgebern soll eine stärkere Tarifbindung und damit höhere Löhne durchsetzen. Mit einem Thüringer Mindestlohngesetz soll eine Lohnschutzgrenze für alle öffentlichen Aufträge garantiert werden. Und: Die Thüringer Stimme im Bundesrat wird eine Stimme für den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland.

 
 

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