Die Sozialdemokraten aus der Region trafen sich am Samstagnachmittag am Pochwerk in Geraberg und gaben mit dem Sommerfest den Startschuss für die heiße Phase des Wahlkampfes in Gotha und dem Ilmkreis. Mit dabei war auch der Fraktionsvorsitzende der SPD im Thüringer Landtag, Christoph Matschie.
Thüringer Allgemeine - 22. August 2005
Die Kulisse malerisch, etwas deplatziert der schwarze Bus der SPD-Wahlkämpfer mit dem Hamburger Kennzeichen, belächelt, der alte Trabant 500, ganz in rot mit hundertfachen weißen SPD-Logos: Der Kreisvorsitzende Herbert Windmiller begrüßte die Parteifreunde, besonders jedoch den Fraktionschef im Thüringer Landtag, Christoph Matschie, und entschuldigte zugleich Spitzenkandidatin Petra Heß, die wegen einer schweren Nierenbeckenentzündung derzeit im Krankenhaus liegt.
Grundsätzlich wird sie den Wahlkampf bestreiten können, allerdings muss sie in den kommenden Tagen noch das Bett hüten. Matschie erklärte eingangs, auch wenn die derzeitigen Umfragewerte für die Partei noch nicht so seien, wie man sie sich wünschen würde, seien aber im Gegensatz zur letzten Bundestagswahl suchten die Menschen den Dialog, da sie sich verstärkt fragen, was wird sich eigentlich ändern, wenn die derzeitige Regierung abgewählt würde.
Natürlich gäbe es nach sieben Jahren SPD-Regierung noch viele Punkte, die nicht gefallen könnten. Matschie erinnerte dabei vor allem an die hohe Arbeitslosenrate. Und stellte zugleich die Frage, ob der im Merkelschen Kompetenzteam mitwirkende Ministerpräsident Thüringens, Dieter Althaus, bessere Lösungen parat habe. Und genau so flugs wie er die Frage stellte, beantwortete Christoph Matschie sie auch.
Er erinnerte dabei an die eine Milliarde Schulden, die Thüringen in diesem Jahr macht, an die Spielbankaffäre, die den Steuerzahler monatlich über dreißigtausend Euro kosteten. Eigentlich wisse keiner, ob dort jemals der Spielbetrieb aufgenommen würde. Er erinnerte weiter daran, dass der Freistaat auch in diesem Jahr über 100 Millionen Euro Fördermittel vom Bund nicht abgerufen habe. Die Frage, was mit dem Osten Deutschlands geschehe, wenn der "Alpen-Ayatollah" aus Bayern" in Berlin regieren sollte, brauche er nicht zu beantworten: Die anwesenden Ostdeutschen hätten sich diese nach den Äußerungen Edmund Stoibers schon lange selbst beantwortet.