Mit Genugtuung hat die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl das gestrige Abstimmungsergebnis zu Ihrem Antrag zum Thema Schulhorte zur Kenntnis genommen.
Bekanntlich hatte der Stadtrat mehrheitlich aufgrund eines SPD-Antrages eine Resolution "Grundschule und Hort bilden eine pädagogische Einheit" verabschiedet und den Oberbürgermeister beauftragt, den Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen hierüber zu informieren.
"Damit unterstützt der Stadtrat der Stadt Suhl auch den heutigen landesweiten Aktionstag zum Erhalt der Grundschulhorte" so SPD-Stadtratsmitglied Karin Müller. "Grundschule und Hort müssen von einem einheitlichen pädagogischen Konzept getragen werden. Sonst wird der Erhalt der Grundschule als Ganztagsschule nicht möglich sein. Die pädagogische Einheit von Grundschule und Hort setzt aber zugleich eine gemeinsame Personalverantwortlichkeit für alle an der Grundschule tätigen Pädagogen voraus. Lehrer und Erzieherinnen müssen sich an den Grundschulen als Landesbedienstete auf gleicher Augenhöhe begegnen können. Sie müssen gleichermaßen zur Realisierung einheitlicher pädagogischer Zielsetzungen angeleitet werden können. Allen Überlegungen, die Erzieherinnen nicht länger im Landesdienst zu belassen, erteilen wir daher eine klare Absage", so Karin Müller weiter. In Suhl sind in diesem Schuljahr in 5 Schulhorten insgesamt 44 Erzieherinnen betroffen, die 766 Hortkinder betreuen.
"Mit Verwunderung haben wir daher auch die Einstellung des für die Stadt Suhl zuständigen CDU-Abgeordneten Wolfgang Wehner zur Kenntnis genommen", erklärt Karin Müller. "Wer im Wahlkampf immer wieder die wichtige Rolle der Bildungspolitik betont hat, muss jetzt zu seinem Wort stehen. Aber statt sich jetzt vor Ort und im Landtag für die Horte einzusetzen wiederholt Wehner nur die Beschwichtigungen des Ministerpräsidenten."
Die CDU zerschlägt sehenden Auges die bisherige Struktur der Thüringer Grundschule, auf die sie noch bis vor kurzem selbst stolz gewesen war. Wenn die Pläne Realität werden, verliert Thüringen eine bildungspolitische Errungenschaft mit Vorbildcharakter für die ganze Bundesrepublik. Das Thüringer Hort-Modell gilt bei Fachleuten als vorbildlich.
Erst kürzt die Landesregierung die Mittel der Kommunen zusammen und jetzt will sie neue Aufgaben übertragen. "Die Übertragung der Horte an die Kommunen wird den ohnehin schon belasteten Kommunalhaushalt in arge Bedrängnis bringen. Die Finanzierung der Horte ist nämlich nicht dauerhaft gesichert. Die Erhöhung der Hortgebühren oder gar die Schließung einzelner Standorte wird dann kaum noch zu verhindern sein. Das muss auf jeden Fall verhindert werden", betont Karin Müller.