Genoss*innen mit Daniel Mroß, Anita Grasse und Michael Tallai SPD Ortsverein Erfurt Süd diskutierte über die Medienlandschaft Thüringens. Eine Diskussion über die Zukunft der Medienbranche stand am 05.09.2016 auf der Tagesordnung des SPD Ortsvereins Erfurt Süd. Unter dem Thema „Zeitungsland Thüringen!? Schrumpfkur und Vertrauensfrage“ debattierten die Anwesenden mit dem Geschäftsführer der Mediengruppe Thüringen, Michael Tallai, sowie der Thüringer Landesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Anita Grasse. Die Veranstaltung wurde durch SPD-Stadtrat Daniel Mroß moderiert.
Können mit weniger Personal tatsächlich bessere Zeitungen gemacht werden? Diese und andere strittige Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion. Am Ende des Abends waren sich zumindest in einigen Punkten alle einig. Die Qualität von Medien hängt zum großen Teil auch von den zeitlichen Möglichkeiten des Personals ab. DJV-Landesvorsitzende Anita Grasse betonte, dass aus dieser Perspektive Nachrichtenvielfalt,- tiefe und -qualität eben auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten seien. Oder anders gesagt: Wie viel kann und möchte ich mir leisten? Ebenso deutlich formulierte sie: „Nein, mit weniger Personal kann man keine bessere Zeitung machen!“
Auf diese Weise entwickelt sich ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Die Enttäuschung der Leser, der Vorwurf mangelnder Vielfalt und Meldungsqualität führt zu abnehmenden Auflagen; abnehmende Auflagen verursachen weniger Einnahmen für einen Verlag; finanzieller Druck führt zu Einsparungen, womit wir wieder zum Anfang des Problems kommen: Einsparungen führen mitunter auch zur Einschränkung von Tiefe und Vielfalt von Zeitungsberichten – ein endloser Kreis. Für den Moderator, Stadtrat Daniel Mroß, stand am Ende der Veranstaltung jedoch eines fest: „Keine Zeitung ist auch keine Lösung…“
Im Zentrum des Themenabends standen zwei Beobachtungen: Die Medienlandschaft der Bundesrepublik leidet nicht erst seit kurzem unter dem schwindenden Vertrauens in die journalistischen Arbeiten und Meldungen. Die skandierten Rufe „Lügenpresse, Lückenpresse“ einiger Bundesbürger machen dies spätestens seit den Pegida-Demonstrationen deutlich.
Gleichzeitig hatte die Geschäftsführung der Mediengruppe Thüringen im März über ihr „Zukunftsprogramm“ zur Neuausrichtung informiert. Im Zuge dessen wurde die Regionalberichterstattung von „Thüringer Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringischer Landeszeitung“ innerhalb einer Gemeinschaftsredaktion in Erfurt gebündelt; es sollte aber auch die unterschiedliche inhaltliche Profilierung der Zeitungen ausgebaut werden. Zur Umsetzung der Pläne der Geschäftsführung, so führte der Geschäftsführer Michael Tallai aus, wurde rund ein Drittel der Belegschaft der drei Zeitungstitel abgebaut. Tallai betonte, dass jedoch im selben Atemzug die Lokalredaktionen gestärkt wurden. Die neue Ausrichtung solle ab November auch direkt in den Zeitungen erkennbar sein.
Daniel Mroß
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