In Anlehnung an die Entscheidung der CDU, die für kommendes Semseter angekündigte Verwaltungsgebühr aus dem Gesetzentwurf zum neuen Thüringer Hochschulgesetz heraus zu nehmen, erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Jusos Thüringen, Marc Emmerich:
"Wir sehen es als ein gutes Zeichen der Union, die Gebührenfreiheit für das Erststudium vorerst beibehalten zu wollen. Dies darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass der Beschluss des jetzt vorliegenden Gesetzesentwurfs noch immer zur Entdemokratisierung unserer Hochschulen und zu marktgesteuerter Bildung führen würde."
Es bleibt zu hoffen, dass die Landesregierung auch von der bereits angekündigten Einführung allgemeiner Studiengebühren im Jahr 2009 absehen wird. In einem Land, in dem die soziale Herkunft stärker als andernorts über die zukünftigen beruflichen Aussichten entscheidet, wäre eine weitere Selektion durch Studiengebühren fatal für die weitere Entwicklung der Studierendenquote und somit auch für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Thüringen.
Über die Vorteile von nach wirtschaftlichen Interessen gesteuerter Bildung und Forschung bleibt die Landesregierung weiterhin ihrer Erklärung schuldig. Die im Gesetzentwurf vorgesehenen Hochschulräte lehnen die Jusos deshalb ab. Sie verstoßen mithin gegen die Wissenschaftsfreiheit.