Kein Wahlkampf mit dem Erinnern

Veröffentlicht am 20.01.2012 in Allgemein

SPD-Stadtrat Thoralf Canis wendet sich gegen die Anwürfe von Carten Meyer zum Gedenken an Jorge Semprún.

"Das Erinnern an Jorge Semprún eignet sich nicht zum Wahlkämpfen", konstatiert Thoralf Canis, SPD-Stadtrat und Mitglied des Kulturausschusses. Es sei bedauerlich, dass Carsten Meyer mit seiner Stellungnahme versuche das Thema wahlkampftauglich zu machen. "Ich hoffe, dass dies nicht gelingt!", unterstreicht Canis.

Der Vorschlag, den Weimarplatz in Jorge-Semprún-Platz umzubenennen, war bereits Bestandteil der Festansprache des Oberbürgermeisters im Rahmen der feierlichen Stadtratssitzung am 03. Oktober des vergangenen Jahres. Des Weiteren ist der Vorschlag auch mit dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Prof. Knigge, diskutiert und abgestimmt. "Ich schlage Carsten Meyer daher vor, dass er das offene Ohr von Prof. Knigge sucht, bevor er sich das nächste Mal in dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit wendet."

Zum Vorschlag von Meyer, statt des Weimarplatzes eine Weimarer Schule um Übernahme des Namens zu bitten, stellt Canis folgendes fest:

Mit der Person Jorge Semprún geht man nicht hausieren. Ihn in Weimar zu ehren und seiner zu gedenken ist ein klares, politisches Statement, dass auch auf die Janusköpfigkeit unserer Stadt hinweist. Semprún steht nicht in einer Reihe mit Goethe oder Cranach. Er steht symbolhaft für das Gedenken an all jene, die Leid und Elend in Buchenwald und darüber hinaus erfahren mussten. Jene, die ihr Leben ließen, aber auch jene die überlebten. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dessen besonderer Bedeutung entsprechend verantwortungsbewusst umgegangen werden muss.
Der Weimarplatz und das ihn umgebende ehemalige Gauforum ist das(!) bauliche Vermächtnis der Nazis. In seiner heutige Form, als Platz mit einem Zaun und einem Graben, wie Meyer meint, ist er beinahe eine Beschreibung jenes ersten Eindrucks, den Semprún nach seiner Verschleppung und Ankunft im Konzentrationslager Buchenwald erlebt haben muss. Kein schöner, anmutiger Ort, sondern kalt und brachial.
Wenn unsere Stadt ein Bekenntnis zu diesem dunklen Teil der Stadtgeschichte abgeben will, dann ist der Weimarplatz der Ort dafür. Erinnern und Gedenken an die unzähligen Opfer der Nazidiktatur sind mit Gefühlen von Beklemmt- und Bedrücktheit verbunden. Jorge Semprín auf dem Weimarplatz zu ehren ist ein klarer Kontrapunkt zur Geschichte dieses Ortes.
Nicht grundlos hat der Weimarer Stadtrat auch für den Neubau des Bauhausmuseums eben jene Nähe zum ehem. Gauforum als Standort bewusst gesucht und einmütig dafür votiert. Die Moderne hatte über die Nazizeit schlussletztlich die Oberhand behalten.
Jorge Semprún ist auch ein Symbol für die Menschlichkeit die jene Jahre überdauert hat. Das Erinnern an ihn findet in der Mitte des dunklen Schattens des Nazibollwerks die größtmögliche Strahlkraft.

 
 

Homepage SPD Weimar

SPD Thüringen aktuell:

SPD Thüringen
Die beschlossenen Maßnahmen sind zu begrüßen und vor allem konkret. Eine Senkung der Spritpreise um 17 Cent ist eine spürbare Entlastung. In einem Flächenland wie Thüringen ist bezahlbare Mobilität besonders wichtig.

04.03.2026 13:01
Wandel braucht Sicherheit.
Ein Gastbeitrag von Elisabeth Kaiser, der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland

Am 26. April wird im Amt Creuzburg das Bürgermeisteramt gewählt. Anfang Februar hat der SPD-Ortsverein seinen Kandidaten auf einer Mitgliederversammlung nominiert.

Zur Homepage der SPD Thüringen

Neues aus dem Landtag:

SPD-Fraktion Thüringen

PRODUCT

Design

Content

Publish

RESOURCES

Blog

Careers

Docs

About

COMMUNITY

Join

Events

Experts

Leider gibt es die gesuchte Seite nicht oder nicht mehr.

Es ist etwas schief gelaufen.

Jetzt für unseren Newsletter anmelden!