"Franz Müntefering hat Recht: Die Ausbeutung von Praktikanten durch einige Unternehmen kann nicht hingenommen werden. Insbesondere dort, wo Hochschulabsolventen in Praktika in Vollzeit ohne Lohn arbeiten, muss eingegriffen werden."
Zur Ankündigung von Arbeitsminister Franz Müntefering, Maßnahmen gegen die Ausbeutung von Praktikanten zu ergreifen, erklärte der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning gestern in Berlin:
"Franz Müntefering hat Recht: Die Ausbeutung von Praktikanten durch einige Unternehmen kann nicht hingenommen werden. Insbesondere dort, wo Hochschulabsolventen in Praktika in Vollzeit ohne Lohn arbeiten, muss eingegriffen werden. Die Politik ist gefragt gesetzlich und freiwillig im Verbund mit ehrlichen Unternehmen diese Ausbeutung Praktikanten zu verhindern. Deshalb ist es richtig, wenn der Arbeitsminister jetzt in diese Richtung aktiv wird. Die soziale Situation junger Hochschulabsolventen in prekären Praktikalaufbahnen kann nicht länger hingenommen werden.?
Die Jusos begrüßen es, dass jetzt zusammen mit 300 Unternehmen Regelungen und freiwillige Vereinbarungen zur Beschäftigung von Praktikanten auf den Weg gebracht werden. Damit wird zwischen ?schwarzen Schafen?, die Praktikanten ausbeuten, und ehrlichen Unternehmen klar unterschieden. Betriebe, die junge Praktikanten ohne Lohn und Rechte ausbeuten gehören an den Pranger und nicht auf die Hitlisten der erfolgreichsten Billiganbieter!
Die Jusos schlagen darüber hinaus vor, dass der Bund in einer Selbstverpflichtung sich zu fairen Regeln für die Beschäftigung von Praktikanten nach dem Hochschulstudium bekennt. Die Bundesregierung und der öffentliche Dienst müssen hier eine Vorbildfunktion erfüllen!
Neben diesen sinnvollen freiwilligen Maßnahmen sind aber auch gesetzliche Maßnahmen weiter ein Mittel, um einen effektiven Schutz von Praktikanten zu sichern. Dazu gehört beispielsweise die klare Definition des Status von Praktikanten im Berufsbildungsgesetz. Erst dann werden Rechte durch die Betroffenen auch wirklich einklagbar."