Am Montag soll im Bundesparteirat der SPD über den Vorschlag des Parteivorstands zur Bahnprivatisierung beraten werden. Die Thüringer Jusos fordern ihre Parteiratsdelegierten, Gabriele Reichstein und Wilhelm Schreier, in einem offenen Brief zur Ablehnung des Bahnkompromisses auf.
Dem Kompromiss zufolge sollen 24,9 Prozent des Verkehrs- und Logistikbereichs der Deutschen Bahn an private Investoren gehen. Damit wäre die Kapitalbeschaffung für dringend notwendige Investitionen im Schienennetz jährlich nicht nur doppelt so teuer wie etwa ein Bankkredit in Höhe der erwarteten 5 Mrd. Euro Privatisierungserlös. Auch die Funktion der Bahn als Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge wird mit dem Vorschlag des Parteivorstands in Frage gestellt.
Der Juso-Landesvorstand hat auf seiner Sitzung vergangenen Samstag einen Widerspruch des teilprivatisierten Holdingmodells zum Parteitagsbeschluss festgestellt und seiner Forderung nach einem Sonderparteitag Nachdruck verliehen.
Martin Margraf, Mitglied des Juso-Bundesvorstandes und stellvertretender Juso-Landesvorsitzender, stellt abschließend klar: „Unser Ziel ist, dass die Bahn zu einem staatlich garantierten und kostengünstigen Transportmittel für Menschen und Güter wird, nicht zum weltweit größten Luftfrachtunternehmen.“