Als „wenig überraschend“ hat SPD-Innenpolitiker Heiko Gentzel die Pläne der NRW-Bank bezeichnet, sich von der Spielbank in Erfurt zu trennen. Die Pläne seien eine späte Bestätigung der Kritik der SPD-Fraktion, die vor überzogenen Erwartungen in die Errichtung einer Spielbank gewarnt hatte.
Gentzel: „Das Projekt Spielbank in Thüringen war von Anfang an ein Lieblingskind christdemokratischer Träumereien, aber wirtschaftlich nicht untersetzt.“ Es sei schade um die vielen Fördermillionen, die in Spielbank und Hotel geflossen seien.
Thüringen habe nicht die Klientel, um ein Spielcasino wirtschaftlich zu betreiben, so Gentzel. Und dass der Glückspieltourismus, von dem viele geschwärmt hatten, ausbleiben wird, habe die SPD-Fraktion schon vor Jahren prognostiziert. „Die Argumente, mit denen die SPD die Spielbankpläne der damaligen CDU-Regierung kritisiert hat, scheinen sich jetzt auch in den Analysen der NRW-Bank zu bestätigen“, so Gentzel. Wenn der Betrieb eines Spielcasinos in Thüringen ein einträgliches Geschäft wäre, würde es die NRW-Bank nicht aufgeben wollen, ist er überzeugt.
Der SPD-Politiker erinnerte daran, dass andere Länder die Zahl ihrer Spielcasinos verringert haben. So sei auch in Sachsen-Anhalt inzwischen nur noch ein Spielcasino verblieben.
Georg Grünewald
Pressesprecher