Info-Stand zum "International Safe Abortion Day" am 28.09.2020 in Jena

Veröffentlicht am 01.10.2020 in Allgemein

Infostand der ASF Jena/SHK

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung koordinierte auch im Pandemiejahr 2020 wieder den "International Safe Abortion Day". Er findet immer am 28. September statt und zielt auf eine großflächige Aufklärung der Bevölkerung ab. Das Motto in diesem Jahr war „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum.“

Bundesweit gab es hunderte von Aktionen an diesem Tag, so auch in Jena, wo die ASF Jena/SHK zusammen mit den Jusos Jena die einzige Aktion in Thüringen auf die Beine stellen konnte.

"Wir haben versucht den Menschen in Jena an diesem Tag nahezubringen, wie schwierig der Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch auch gerade in Deutschland ist", so Daniela Gruber, die Vorsitzende der ASF Jena/SHK. Die Corona-Pandemie hat die Situation in Deutschland noch einmal verschärft. So resultierte zum Beispiel aus dem Zwang zur Beratung im Schwangerschaftskonfliktfall die Problematik, dass bei geschlossenen Beratungszentren oft keine Termine an betroffene Frauen vergeben wurden. Ohne Termin und Beratung gibt es aber keine Bescheinigung, dass der Abbruch vorgenommen werden darf. Ohne Bescheinigung gibt es keinen straffreien Abbruch. Die Frauen blieben im schlimmsten Fall also ungewollt schwanger. Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland immer weniger Ärzt:innen einen Abbruch vornehmen, die Frauen also zum Teil lange Wege in Kauf nehmen müssen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Das alles läuft vor dem Hintergrund ab, dass Abbrüche weiterhin strafbar sind (§ 218 StGB) und die sogenannte Reform des § 219a StGB ("Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche") im letzten Jahr in keinster Weise dazu beigetragen hat, dass Frauen jetzt einfacher Zugang zu Informationen über Methoden des Abbruchs und qualifizierten Ärzt:innen bekommen. Das Bündnis und mit ihm viele Frauenorganisationen, so auch die ASF, kämpfen seit Jahren für eine Beseitigung der §§ 218 - 219a StGB. Die medizinische Versorgung von Frauen in einer Schwangerschaftskonfliktsituation muss sichergestellt sein, sie muss flächendeckend erfolgen und darf nicht länger zu einer finanziellen Belastung der betroffenen Frauen führen.

In der Mittagszeit verteilten die Jusos und die ASF an einem Infostand den Flyer "Wusstest du, dass...?", den das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung herausgegeben hat. "Wir hatten auch mit Maske und Abstand gute Gespräche mit Jenaer Bürgerinnen und Bürgern", so Daniela Gruber weiter, "es bleibt aber festzustellen, dass vielen die Probleme gar nicht bewusst sind und hier noch etliches an Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Vielleicht schaffen wir es im nächsten Jahr, noch mehr Aktionen in Thüringen auf die Beine zu stellen. Wir, die ASF und die Jusos, wünschen uns hier vom Landesvorstand mehr Unterstützung. Er wäre schon gut, wenn der "International Safe Abortion Day", der immer am 28. September stattfindet, ein fester Termin im SPD Kalender würde".

 
 

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