Hochschulzugang öffnen: Neue Hürden durch bundesweite Regelungen verhindern!

Veröffentlicht am 05.02.2007 in Bildung & Kultur

Zu den Warnungen des Bildungsforschers Dieter Dohmen vor sinkenden Studierendenzahlen erklärt Martin Timpe, Mitglied des Bundesvorstandes der Juso-Hochschulgruppen: "Wir verfolgen die Zunahme an weiteren Hürden im Hochschulzugang mit großer Sorge!"

Auf die Warnungen des Bildungsforschers Dieter Dohmen vor sinkenden Studierendenzahlen durch neue Zulassungsbeschränkungen im Hochschulbereich reagierte Martin Timpe vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

Wir beobachten die Einführung immer neuer Zugangshürden im Hochschulbereich mit großer Sorge. Die Umstellung auf die gestuften Studiengänge Bachelor und Master wird in Deutschland genutzt, um den meisten Studierenden in Zukunft nur noch ein verschultes Bachelor-Studium über sechs Semester anzubieten. Den Master sollen dagegen nur noch einige Wenige studieren dürfen. Die Juso-Hochschulgruppen lehnen diese Art von Zwei-Klassen-Studium ab und weisen darauf hin, dass der Bologna-Prozess dies auch keineswegs vorsieht. Es handelt sich im Gegenteil um eine eigenwillige Interpretation der Kultusministerkonferenz.

Die Prognosen von Dieter Dohmen machen außerdem erneut die Notwendigkeit bundesweiter Regelungen für den Hochschulzugang deutlich. Wir lehnen einen Verzicht des Bundesgesetzgebers auf seine Gesetzgebungskompetenzen in diesem Bereich strikt ab. Bundesbildungsministerin Annette Schavan muss gleichzeitig mit der Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes einen Gesetzentwurf für Hochschulzugang und ?abschlüsse vorlegen und damit 16 verschiedene Regelungen im Bundesgebiet verhindern. Andernfalls wird die Mobilität von Studierenden in unverantwortlicher Weise behindert.

Die Juso-Hochschulgruppen fordern nach wie vor eine Öffnung der Hochschulen und einen freien Zugang für alle Studieninteressierten. Besonders für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung muss der Zugang zu den Hochschulen ohne weitere Hürden möglich sein und gesetzlich abgesichert werden. Wir fordern den Gesetzgeber auf hier endlich entschieden zu handeln.

 
 

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