Zu den Ankündigungen der WissenschaftsministerInnen von Bund und Ländern vom Dienstag erklärt Martin Timpe vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:
"Die Ankündigungen der Ministerinnen und Minister sind von Mutlosigkeit geprägt und zeigen, dass die Dramatik der Situation noch nicht erkannt wurde."
Bundesweit gerade einmal 40.000 neue Studienplätze schaffen zu wollen, obwohl bis zu 700.000 junge Menschen zusätzlich an die Hochschulen wollen, ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir benötigen stattdessen wirksame Maßnahmen zur Stärkung der Lehre ? und zwar qualitativ wie quantitativ. Nicht nur mehr Studienplätze sind dringend notwendig, sondern eine Qualitätsoffensive in der Lehre ist mehr als überfällig.
Vor allem die Länder stehen in der Verantwortung, ihrer gestärkten Kompetenz im Hochschulbereich nun gerecht zu werden. Dazu müssen sie Geld in die Hand nehmen und umgehend mit dem Ausbau der Lehrkapazitäten und der Verbesserung der Betreuungsverhältnisse an den Hochschulen beginnen. Sinnvolle Vorschläge ? wie die Doppelbesetzung von ProfessorInnenstellen ? liegen auf dem Tisch. Einen Beitrag von mindestens 1 Mrd. Euro pro Jahr werden die Länder gemeinsam aufbringen müssen. Alles andere ist zu wenig!
Wenn Bundesbildungsministerin Schavan nun endlich einsieht, dass eine stetige, einseitige Stärkung der Forschung keinen Sinn macht, so kommt diese Einsicht spät ? aber besser spät als nie. Das erfolgreiche Ganztagsschulprogramm des Bundes hat gezeigt, dass die Bundesregierung durchaus wirksame Anstöße geben kann, die in den Ländern Lernprozesse in Gang setzen und zu eigenen bildungspolitischen Anstrengungen führen. In diesem Sinne muss der Bund neuen Schwung in die Verhandlungen bringen und eine Art Starthilfe für den Hochschulpakt geben.