Haustürwahlkampf mit Christoph Matschie

Veröffentlicht am 11.08.2014 in Allgemein

Foto: Michael Groß

OTZ Bericht über den Haustürwahlkampf der SPD von Michael Groß (OTZ)

Überraschung an der Haustür

Haustürwahlkampf in dieser Woche im Westviertel und in der nächsten Woche in Winzerla. SPD-Kandidat und Minister Christoph Matschie will wissen, wo den Leuten der Schuh drückt.

Es klingelt, die Tür geht auf, und ein richtiger Minister steht davor. So zu erleben in der zu Ende gehenden Woche im Westviertel. Dort war Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie unterwegs, um Haustür-Wahlkampf für die Landtagswahl am 14. September zu machen. Schließlich ringt der SPD-Kandidat um das im Wahlkreis 37 (alle Stadtteile links der Saale) zu vergebende Direktmandat fürs Landesparlament. Da zählt jede Stimme.

Also heißt es: Auf geht's zum Marsch an die Basis, zum Wähler mit seinen Sorgen und Erwartungen an die Politik. Es wird möglichst überall geklingelt und ein kurzes Gespräch an der Tür gesucht. Auch wenn er sich dort überall vorstellt, dass er Christoph Matschie heiße und gern wissen möchte, wo der Schuh drückt oder ob die Bürger irgend ein Thema haben, über das sie gern mit ihm reden möchten, so wird er doch zumeist gleich erkannt. Und die Verblüffung ist jedesmal erheblich.

Also ist die OTZ mal ein Stückchen in der Schaefferstraße und der Naumannstraße mitgegangen. Erste Tür, erstes Klingelzeichen. Ein Fenster öffnet sich, und eine ältere Dame erwidert auf die Anfrage des Ministers, dass sie nichts habe, über das sie nun unbedingt mit einem Politiker sprechen möchte. Falls ihr ja doch noch was einfallen sollte - der SPD-Politiker hinterlässt für alle Fälle ein Info-Heft mit seiner Erreichbarkeit.

Nächste Tür: Auch hier öffnet eine Dame, die dem Minister kundtut, dass es ihr gut gehe und sie überhaupt keine Probleme mit der Landespolitik habe und ihr auch im Wohngebiet nichts unter den Nägeln brenne.

Ganz anders ist das ein paar Häuser weiter, als Christoph Matschie bei Familie Brauer klingelt, die eigentlich gerade ihr Auto für die Urlaubsfahrt vollpackt. Frau Brauer öffnet, und ihr fällt auch gleich etwas ein, was sie unbedingt beim Minister loswerden möchte: Der Lehrermangel an den Schulen und der damit verbundene Unterrichtsausfall. Aber auch das Problem der Schulbibliotheken, für deren fachliche Betreuung es offenbar keine Stellen gebe. Auch ihr Sohn, Schüler der Jenaplanschule, und ihr Mann kommen hinzu und ergänzen die Sorgen. Kritisiert werden unterfinanzierte Schulen und der Fakt, dass ausgezeichnete Lehrer aufhören müssten, wenn sie ins Rentenalter kommen, obwohl sie gern weitermachen würden. Das könne niemand verstehen.

Matschie verweist auf seine Initiative, eine Lehrerreserve in Thüringen aufzubauen. Das müsse, nachdem dies schon mal am Finanzminister gescheitert wäre, nun nach der Landtagswahl in Angriff genommen werden. Über viele Jahre seien nicht genügend junge Lehrer eingestellt worden, was sich nun räche. Auch das Programm zur Einstellung von mehr Sozialarbeitern an den Schulen nennt der Minister und kritisiert ebenso die zu steifen Regelungen zum Renteneintritt. Im Übrigen kündigt der Minister wie bei jedem Besuch an, dass er der Familie auch einen Brief mit ausführlicheren Details zu ihren Fragen schicken werde.

Auf jeden Fall ein Riesenbatzen Arbeit für Matschie und sein Team. Schon 5000 Familien haben sie aufgesucht. In der nächsten Woche soll in Winzerla geklingelt werden. Am Ende sollen es 20 000 Haustüren sein, an denen man klingelt.

 
 

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