Großenstein und Gera hoffen gleichermaßen auf die Justizvollzugsanstalt
Gera/Großenstein. Sowohl Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (SPD) wie auch die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft "Am Brahmetal" sehen die Ansiedlung einer Justizvollzugsanstalt im Osten von Ostthüringen als eine Chance für die Region.
Im Rennen um die neu zu bauende JVA sind neben zwei Zwickauer Standorten derzeit noch Gera-Aga und der Industriegroßstandort Ostthüringen bei Großenstein und Korbußen.
"Wir betrachten unsere Bewerbung als einen Rettungsversuch für die Region", sagte gestern die VG-Chefin Sabine Barth. Sollte die JVA auf Großensteiner Flur errichtet werden, würde das 1000 neue Arbeitsplätze bedeuten. Hinzu kämen die Dienstleistungen, die sich im Umfeld eines Gefängnisses entwickeln könnten. Für eine finanzschwache Landkreis-Gemeinde wie Großenstein, der es an Einnahmen fehlt, und für die Region wäre das ein Gewinn.
Zugleich könnte ein Teil des potenziellen Industriegroßstandorts genutzt werden. Zwei etwa 30 Hektar große Flächen des 270 Hektar großen Industrieareals, das bislang Ackerfläche ist, sind in der engeren Wahl.
Den Gewinn für die Region sieht auch OB Vornehm, wenn die JVA im Raum Gera angesiedelt würde. Die Stadt hatte sich mit mehreren verfügbaren Flächen um die Haftanstalt beworben. Nach den Auswahlentscheidungen sei ein im Flächennutzungsplan der Stadt als potenzielles Gewerbegebiet ausgewiesenes Areal im Ortsteil Aga übrig geblieben, erläuterte er den bisherigen Werdegang.
Der Vorschlag, den Industriegroßstandort ins Kalkül zu ziehen, sei in Erfurt gefallen, nachdem andere Ostthüringer Bewerber wie Altenburg und Hohenleuben aus dem Rennen waren. Bis Mitte dieses Jahres soll die Entscheidung fallen, wo die neue JVA gebaut wird.
Quelle: 06.01.12 / OTZ