Die schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich nach Ansicht der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag beim Blick auf erste, jetzt öffentlich gewordene Punkte des GM-Sanierungskonzepts.
„Die von GM vorgesehene Beteiligung der deutschen Mitarbeiter in der Größenordnung von 177 Millionen Euro ist nicht akzeptabel“, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Lemb.
Insgesamt habe der US-Konzern einen Sparbeitrag der europäischen Arbeitnehmer in Höhe von 265 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. „Wie befürchtet, handelt sich bei dem Konzept nur um einen personalpolitischen Kahlschlag. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden einseitig belastet“, konstatiert Lemb mit Verweis auf entsprechende Pressemeldungen: „Dass die deutsche Belegschaft, welche die Hälfte der europäischen Standorte ausmacht, zwei Drittel der Sparmaßnahmen tragen soll, ist nicht nachvollziehbar.“
Lemb fordert GM erneut auf, zur Sicherung der einzelnen Standorte kreative Lösungen vorzulegen. Dass Opel-Europachef Nick Reilly auf die Streichung von 548 Ingenieursstellen in Rüsselsheim verzichten wolle, sei zu begrüßen. „Dennoch brauchen wir ein schlüssiges Gesamtkonzept. Opel insgesamt, aber vor allem der Standort Eisenach brauchen eine zukunftsfähige Modellpolitik“, so der Wirtschaftspolitiker.
„Der strukturelle Stillstand bei GM ist mit diesem Sparplan nicht beseitigt. Ich erwarte, dass sich GM zumindest insoweit an den ursprünglichen Plan von Magna hält, dass zusätzliche Kapazitäten aus Saragossa nach Thüringen verlagert werden“, so der Abgeordnete. In der Konsequenz müsse für Thüringen die vollständige Corsa Produktion, inklusive des dreitürigen Modells, abgesichert werden. Lemb fordert von GM deshalb Korrekturen im Sinne der Arbeitnehmer.