Gerhard Schröder besucht Eisenach

Veröffentlicht am 03.10.2006 in Allgemein

Altbundeskanzler Gerhard Schröder machte am Freitag seine Aufwartung in der Wartburgstadt. Mit dem Zug kam Schröder von Berlin nach Eisenach gereist. Umfangreich war sein Besuchsprogramm.
Im Rathaus wurde der Altkanzler herzlich von Oberbürgermeister Matthias Doht empfangen. Zu Schröders Begleitung gehörten auch Ernst Kranz, Mitglied des Deutschen Bundestages und Christoph Matschie, Vorsitzender der Thüringer SPD.
Auf die Frage, was er trinken möchte, antwortete Schröder: «Einen Thüringer Weißwein». Den hatte man zwar nicht im Rathaus, doch die zwei Hopfenhoheiten retteten die Situation mit Krügen Eisenacher Bieres. Schröder war hoch erfreut und umarmte die beiden Mädchen. Anschließend gönnte er sich noch eine Thüringer Bratwurst. Schröder trug sich in das «Goldene Buch» der Stadt Eisenach ein.
Den Gedankenaustausch im Rathaus folgte eine Stippvisite in der Geburtsstätte der Deutschen Sozialdemokratie, im «Goldenen Löwen». Nach einem kurzen Rundgang enthüllte er zwei restaurierte Bilder von Liebknecht und Bebel, die in den 40er Jahren vom Eisenacher Paul Hempel gemalt wurden.
Natürlich klagten die Eisenacher Sozialdemokraten dem Altkanzler auch ihre Sorgen, ihnen fehle das Geld für eine weitere Sanierung des Hauses. Schröder wolle «behutsam» mit der Schätzmeisterin reden und ihr mitteilen, dass er den «Goldenen Löwen» und Eisenach schon besucht hätte.

Auf der Wartburg sprach der Politiker in der Reihe «Gedanken auf der Wartburg» über «Europas Zukunft». Die Veranstaltung im Palas wurde vom Eisenacher Kulturkreis zugunsten der Lippmann-Rau-Stiftung organisiert.
Schröder würdigte erneut Eisenach als Stadt mit großem Kulturerbe, mit dem Bachhaus, der Wartburg und dem «Goldenen Löwen». Und da er den Maler Prof. Heisig gut kenne, wusste er auch um den Eisenacher Stadtgast. «Wenn ich Zeit hätte, würde ich gerne in Eisenach einmal Stadtgast sein», so der Altkanzler. Gerne trete er für die Stiftung ein. Die Wartburg habe mit dem Aufenthalt Luthers und der Bibelübersetzung eine wichtige Rolle in Deutschland, gerade hier wurden Grundlagen für die Zukunft der Bildung gelegt. Scharf analysierte Schröder die Lage in Europa und die Rolle Europas im Weltgefüge. Er ging auf den Islam ein, sprach über die Bedeutung der Achtung von Kulturen und Religionen und von der großen Vielfalt in den Ländern Europas. Es gehe darum, sie zu akzeptieren und zu differenzieren. Gleichzeitig sprach er sich gegen jegliche Form von Terrorismus aus.
Nach seinem Vortrag stellte sich Gerhard Schröder den Fragen der Gäste im Palas der Wartburg. (eol/rbr)

 
 

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