Zur Auswertung der Bundestagswahl 2013 trafen sich die Ortsvereine der SPD Gera am Montag. Fast alle Mitglieder sprachen sich gegen eine große Koalition aus. Die CDU sei jetzt in der Verantwortung, sich einen anderen Koalitionspartner zu suchen oder notfalls als Minderheitsregierung zu regieren.
Nach den Erfahrungen zur Bundestagswahl 2009 sah die große Mehrheit der Anwesenden keinen Grund, sich Frau Merkel anzubiedern. Die SPD könne auch aus der Opposition heraus politischen Druck ausüben.
„Das Ergebnis im Wahlkreis ist angesichts eines deutlichen Trends für die CDU wenig überraschend. Enttäuschend ist es dennoch, schließlich hatten wir im Wahlkreis zur Bundestagswahl 2002 auch schon einmal 40,5 Prozent der Stimmen.“, resümierte Kreisvorsitzender Tilo Wetzel.
Die Thüringer SPD hatte mit 16,1 Prozent der Zweitstimmen landesweit schlecht abgeschnitten. Auch in Brandenburg hatte die SPD gegen den Bundestrend Verluste, in Sachsen stagnierten die SPD-Wahlergebnisse auf niedrigem Niveau.
Bis auf den Wahlkreis von Frank-Walter Steinmeier in Brandenburg und einige Wahlkreise in Berlin gewannen CDU-Direktkandidaten alle ostdeutschen Direktmandate. „Der aktuelle Trend war gegen uns. Ich danke trotzdem allen Mitgliedern und Unterstützern für Ihren Einsatz.“, so Wetzel.
Kritisch sieht die Geraer SPD das Verhalten der Kreishandwerkerschaft. Diese hatte in einem der SPD vorliegenden Schreiben sehr deutlich zur Wahl der CDU aufgerufen. Darin heißt es „Wer seinen Betrieb nicht ruinieren will, muss die Erst- und Zweitstimme der CDU, der ostdeutschen Kanzlerin Angela Merkel geben.“
Die Frage sei daher berechtigt, ob es zur Aufgabe der Kreishandwerkerschaft gehört, in dieser offensiven Art und Weise Partei zu ergreifen, oder ob nicht vielmehr eine gewisse Zurückhaltung angestrebt werden sollte.
Am Samstag will die SPD bei einem Stand in der Innenstadt mit den Bürgerinnen und Bürgern über den Ausgang der Wahl ins Gespräch kommen.