Leider ist festzustellen, dass rechtsextremes Gedankengut mittlerweile inmitten der Gesellschaft angekommen ist. Heute sind nicht mehr nur Jugendliche, die wenig Perspektive am Arbeitsmarkt und damit auch wenige Möglichkeiten haben, ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, für rechte Parolen anfällig. Ausländerfeindliche, antisemitische und rassistische Äußerungen sind heute nicht nur toleriert, sondern auch akzeptiert.
Daher müssen wir uns auch nicht darüber wundern, dass die NPD im Kyffhäuserkreis keinerlei Probleme hatte genügend Unterstützerunterschriften für die Zulassung zur Kreistagswahl zu erhalten. Im Gegenteil, sie bekam sogar annähernd doppelt so viele wie nötig. Das viele Menschen mit ihrer Situation nicht zufrieden sind und die etablierten Parteien dafür verantwortlich machen, kann ich ja noch ansatzweise nachvollziehen. Dass sie aber ernsthaft glauben, Rechtspopulisten währen daran interessiert, etwas an der Lebenslage des Einzelnen zu verbessern, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
Denen geht es einzig und allein darum, das System zu stürzen und wieder ein Klima von Ausgrenzung zu etablieren. Aus meiner Sicht hat kein Mensch das Recht einen anderen wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner Behinderung aus der Gesellschaft auszuschließen. Aus diesem Grund sind alle Demokraten gefordert gegen diese Tendenzen vorzugehen. Wenn man sich die Wahlerfolge der Rechten in Sachsen ansieht, kann man erkennen, dass ihr Weg in den Sächsischen Landtag über die Kommunalparlamente führte. Diese Gefahr sehe ich leider auch für Thüringen, zumal es ihnen durch den Wegfall der 5% - Hürde bei Kommunalwahlen noch einfacher gemacht wurde. Es ist an der Zeit diese menschenverachtenden Ideologen ernster zu nehmen und ihnen ein von Toleranz und gegenseitiger Achtung geprägtes Klima entgegenzusetzen.
Steffen Sauerbier