Am Vormittag des 8. Mai, des 65.Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Faschismus, erinnerten mehrere Organisationen auf einer Veranstaltung des Bündnisses gegen Rechts auf dem Eisenacher Marktplatz an die Vergangenheit, betonten zugleich die Lehren für Gegenwart und Zukunft.
Punkt 12 Uhr stiegen vor der Georgenkirche 65 Luftballons mit Gedanken und Wünschen Eisenacher Bürger in den Himmel. „65 Jahre Befreiung. 65 Jahre Frieden. Es gilt angesichts der gegenwärtigen Kriege Stellung zu beziehen und aktiv zu werden“, lautete eine der handschriftlichen Botschaften. Eisenachs Bürgermeisterin Ute Lieske zitierte aus der Rede von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40.Jahrestag der Befreiung. „Wir alle, ob schuldig oder nicht schuldig, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Sie zitierte weiter, „die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird“.
Mit einer Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal auf dem Eisenacher Hauptfriedhof gedachten am frühen Nachmittag Vertreter der Stadt Eisenach mit Bürgermeisterin Ute Lieske sowie Vertreter verschiedener Parteien und Organisationen (u.a. SPD, Die Linke, DGB) der Opfer der Befreiung.
Th. Levknecht