SPD-Stadtratsfraktion zieht positives Fazit zur Tagung mit Erfurter Kitaleiterinnen und -leitern - Die SPD-Stadtratsfraktion lud Ende November zu einer Tagung der Kitaleiterinnen und -leiter zum Thema „Flüchtlingskinder in Erfurter Kindertageseinrichtungen“, um gemeinsam aktuelle Fragen zu erörtern. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen, freien Schulen sowie Vereinen und Verbänden und dem Stadtelternbeirat folgten der Einladung der SPD-Fraktion in den Erfurter Ratssitzungssaal.
Um den geflüchteten Kindern das Ankommen in der neuen Umgebung zu erleichtern, ist es aus Sicht der SPD-Fraktion sinnvoll von Anfang an die Integration der Kinder durch die Kindertagesbetreuung zu fördern. In Thüringen hat jedes Kind ab Vollendung des ersten Lebensjahres bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz unabhängig von der Staatszugehörigkeit der Eltern. Den neu ankommenden Kindern diese Chance zur Integration in der Erfurter Kindertagesbetreuung zu ermöglichen, birgt zusätzliche fachliche und organisatorische Herausforderungen für die Kindertagespflege, Kindergrippen und Kindergärten in der Stadt.
Erfurt stellt sich dieser Herausforderung und versucht jedem geflüchteten Kind, dessen Eltern die Förderung in einer Kita möchten, zeitnah einen Betreuungsplatz Kita-Platz zur Verfügung zu stellen. Angesichts der hohen Nachfrage an Kita-Plätzen insgesamt in der Stadt Erfurt haben bei der Platzvergabe Kinder, die bald in die Schule kommen Priorität, dicht gefolgt von Kindern aus Familien, in denen eine besondere Notlage existiert.
In Erfurt soll es keine Schwerpunkteinrichtungen für geflüchtete Kinder geben. Vielmehr erfolgt eine dezentrale Verteilung. Dabei strebt die Stadt eine Allgemeinverfügung des Landes bezüglich aller Betriebserlaubnisse der Erfurter Kindertageseinrichtungen in Höhe von zusätzlich 5 % der derzeit geplanten Betreuungsplätze an, um bis zu 400 zusätzliche Ganztagsplätze zu schaffen. Dabei sollen Einrichtungen, die bereits vergleichsweise hohe Integrationsanforderungen bewältigen nachrangig belegt werden. Dieses Vorgehen wurde von den Teilnehmenden der Tagung sehr begrüßt.
In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass Fluchterfahrungen und Traumata der Kinder sowie Verständigungsschwierigkeiten mit den Familien zusätzliche Herausforderungen bei der täglichen Arbeit in den Einrichtungen stellen. Um diese bewältigen zu können, braucht es nach Auffassung des stellv. SPD-Fraktionsvorsitzenden Denny Möller die volle Unterstützung durch Politik und Verwaltung. Die SPD-Stadtratsfraktion zieht im Anschluss der Tagung ein überaus positives Fazit der Veranstaltung. SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Denny Möller erklärt dazu:
„Wir haben eine sehr offene und konstruktive Diskussion erlebt, für die wir uns bei allen beteiligten aus den Einrichtungen und aus der Stadtverwaltung bedanken wollen.“
„Es ist deutlich geworden, welche Aufgaben vor den Einrichtungen liegen und wo Kommunalpolitik und Verwaltung helfend eingreifen sollten.“ so Denny Möller weiter und fügt an: „Sehr positiv sehen wir den breiten Konsens, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindergärten die zusätzlichen Herausforderungen als Chance für die Kinder sehen.“
Weltweit sind gegenwärtig etwa 60 Mio. Menschen auf der Flucht. Zum Stichtag 01. November 2015 suchten knapp 2.400 Zuflucht in Erfurt, davon ca. 220 im Alter von 0 bis 6 Jahren.
Denny Möller
SPD-Fraktion
stellv. Fraktionsvorsitzender
Vorsitzender Jugendhilfeausschuss