Kulturminister Matschie im Landestheater Eisenach
Thüringens Kulturmister Christoph Matschie war am Sonnabend in Eisenach, um mit seiner Teilnahme an der Ballettpremiere LA SACRE DU PRINTEMPS bewusst seine Unterstützung für das Eisenach Theater zu demonstrieren.
In einem ausführlichen Informationsgespräch mit OB Matthias Doht, dem Intendanten, dem Betriebsrat und dem Theaterförderverein erläuterte er die Vorgehensweise und das Prozedere des gescheiterten Kabinettsbeschluss zur Unterstützung des Eisenacher Theaters.
Die Vorlage des Kulturministeriums sah vor, das Eisenacher Theater bis 2016 jährlich mit 2 Mio. € zu unterstützen. Dieser Beschluss ist am prinzipiellen Widerstand des CDU-Finanzminister Voß gescheitert. OB Matthias Doht verwahrte sich gegen die pauschale Schuldzuweisung des Finanzministers, Eisenach hätte seine Hausaufgaben nicht gemacht. Matthias Doht legte alle Zahlen und Fakten der Haushaltskonsultierung der Stadt Eisenach seit dem Jahr 2009 offen und wies nach, dass Eisenach auch in absehbarer Zeit - bis 2020 - nicht in der Lage sein wird, den städtischen Anteil für das Landestheater Eisenach aus dem eigenem Haushalt zu finanzieren. Minister Matschie bestätigte noch mal, dass diese Einschätzung auch vom CDU-geführten Innenministerium geteilt wird, das seit Jahren den Haushalt der Stadt als Aufsichtsbehörde begleitet. Die gesamten Kulturausgaben der Stadt Eisenach betragen gerade mal 5% des Verwaltungshaushalts, was für eine Kulturstadt wie Eisenach schon die unterste Schmerzgrenze darstellt. Doht sicherte Matschie zu, nochmals alle Zahlen, Fakten und Aufgaben der Stadt – besonders auch hinsichtlich des Reformationsjubiläums 2017 – zuzuarbeiten. Minister Matschie wird nach Ostern die Beschlussvorlage zur Finanzierung des Eisenacher Theaters erneut ins Kabinett bringen und betonte nochmals den Grundsatzbeschluss zum Erhalt aller Thüringer Theaterstandorte im Koalitionsvertrag. Wenn es eine erneute Ablehnung durch die CDU-Ministerien gibt, sind sich die beiden SPD-Politiker Matschie und Doht einig, dass dann der Koalitionsausschuss einberufen werden muss. Matschie sagte: „Das CDU-Finanzministerium muss sich zu seiner politischen Verantwortung bekennen und wir dürfen Finanzminister Voß keine Gelegenheit geben, sich unter Runden Tischen zu verstecken! Die Zeit arbeitet gegen den Standort Eisenach.“
Th. Levknecht