Wenigenlupnitz.(rc).Nach über drei Stunden ausharren, konnte kurz nach 20:00 Uhr Lutz Kromke, SPD–Stadtrat in Creuzburg und Initiator der Protestaktion, Bundesumweltminister Peter Altmaier einen offenen Brief zum Thema Fracking übergeben.
Darin fordern die Bürgerinitiativen gegen das Fracking in Thüringen eine Novellierung des Bundesberggesetzes bezogen auf diese Abbautechnologie.
Das aktuelle Gesetz stammt aus dem Jahr 1980. Die Anpassung an geltendes Recht, analog dem Baurecht, ist aus unserer Sicht zwingend erforderlich", stellt Kromke fest.
Weiterhin wird in dem offenen Brief an Bundesumweltminister Peter Altmaier die strikte Einhaltung des Wasserhaushaltsgesetzes; der Vorrang des Grundwasserschutzes vor anderen Interessen sowie ein Verbot von CO2-Pipelines durch Deutschland gefordert
Mit ihrem offenen Brief erhoffen die Fracking-Gegner auch die Beantwortung ihrer Fragen.
So wollen sie wissen, wie Risiken zu Wertminderungen von Gebäuden und Grundstücken bewertet und wie diese ausgeglichen werden sollen.
Da der Antragsteller der Frackingvorhaben Havarien keinesfalls ausschließen kann, fragen die Frackinggegner, wer bei einem Schadensfall die Haftung übernimmt und wie eine zweckgebundene Sicherheitshinterlegung erfolgt.
Der Bundesumweltminister nahm den offenen Brief mit freundlichen aber vielen ausweichenden Worten entgegen. Die aus ganz Thüringen angereisten Frackinggegner machten aus ihrer Enttäuschung über das Auftreten Altmeiers keinen Hehl.
Unter den Teilnehmern der Protestaktion am Rande des CDU-Sommerfestes befanden sich neben Vertretern der Thüringer Bürgerinitiativen gegen Fracking auch Vertreter der SPD, der Grünen, der Piraten und der Linken.
Selbst zwei Mitglieder des Thüringer Landtages, Carsten Meyer (Grüne) und Maik Nothnagel (Linke) demonstrierten mit Ihrer Teilnahme an der Aktion ihre Verbundenheit mit der Bevölkerung der Region.
Den Eindruck, das Thema Fracking wolle die Bundesregierung einfach aussitzen, nahmen sie dabei auf ihren Heimweg mit.