Fassungslosigkeit und Unverständnis über die Ankündigung des Landesverwaltungsamts, den städtischen Zuschuss an das Bachhaus nicht freizugeben, waren die Reaktionen des Eisenacher SPD-Kreisvorstandes während seiner jüngsten Sitzung. Eine Insolvenz des Bachhauses ist für die Sozialdemokraten schlicht ein Horrorszenario!
Deshalb sei die Argumentation der Behörde nicht nachzuvollziehen, da das Museum an der Geburtsstädte des Musikers ein Publikumsmagnet und für viele Musikliebhaber ein entscheidender Grund sei, Eisenach überhaupt zu besuchen. Auch für das kulturelle Leben innerhalb der Stadt sei das Bachhaus nicht wegzudenken.
Unterstützung bei den Gesprächen mit der Ministerpräsidentin und dem Kultusminister versprach SPD-Kreisvorstandsmitglied und Vizepräsident des Thüringer Landtages, Heiko Gentzel. Auch SPD-Landesvorstandsmitglied Susanne Köhler wurde beauftragt, das Thema auf dieser Ebene anzusprechen. "Da muss die SPD alles in die Waagschale werfen, was möglich ist", befand sie.
Starke Bedenken äußerte auch Kreisvorsitzender Torsten Tikwe. "Das Bachhaus ist ja nur die Spitze des Eisberges. Selbst wenn es uns gelingt, mit vereinten Kräften den Zuschuss doch noch zahlen zu können - alle anderen Einrichtungen mit freiwilligen Leistungen sind durch die Argumentation des Landesverwaltungsamtes ebenfalls hochgradig gefährdet. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Oberbürgermeister Matthias Doht, der die Lage schonungslos geschildert hatte, gab sich kämpferisch: "Im Prinzip sind mir die Hände gebunden, denn gegen das Landesverwaltungsamt kann ich nicht vorgehen. Aber ich werde nicht aufgeben!"
Das tut auch die Eisenacher SPD nicht. Die Mitglieder des Kreisvorstands machten deutlich, dass sie nun auf die Hilfe des Landes zählen. "Schließlich", so ein Mitglied, "ist der Kultusminister doch auch in der SPD."
Th. Levknecht