Eisenacher Goldschmiedenstraße soll an Attraktivität gewinnen

Veröffentlicht am 25.01.2012 in Stadtrat

Interessengemeinschaft zum Gedankenaustausch mit der
SPD-Stadtratsfraktion und OB Doht/ Folgetermin vereinbart

„Wir möchten eine verkehrsberuhigte Straße mit Kurzzeitparkplätzen, Begrünung mit kleinen Bäumchen und ohne Durchfahrt großer Busse“, das nannten die Vertreter der Interessegemeinschaft Goldschmiedenstraße während eines Gedankenaustausches bei der jüngsten öffentlichen Fraktionssitzung der SPD-Stadtratsfraktion Eisenach mit Oberbürgermeister Matthias Doht als Wunsch für „ihre Straße“.

Gekommen waren verschiedene Gewerbetreibende. Der Fleischer, der Meister eines Schlüsseldienstes und Vertreter verschiedener anderer Gewerbe schilderten, dass sie vielfach Kompromisse bezüglich Fahrens und Haltens mitgetragen hätten, doch die so dringend gewünschte echte Erhöhung der Attraktivität bisher ausgeblieben sei. Oberbürgermeister Matthias Doht bestätigte vielfältige Gespräche mit der Interessengemeinschaft, das gemeinsame Suchen nach Lösungen. „Wo soll ich zum Be- und Entladen halten, um vor meinem eigenen Laden keine Knöllchen zu bekommen“, entrüstete sich Fleischer Fischer und fügte im gleichen Atemzug hinzu, „wir wollen an verträglichen Lösungen für alle mitarbeiten.“ Eine Standortanalyse der Geschäfte in der Goldschmiedenstraße habe keine guten Noten erbracht. Schnell wurde in der angeregten Diskussion klar, die Goldschmiedenstraße birgt gehörig Konfliktstoff. Dem Wunsch, die Stadtbusse aus der Goldschmiedenstraße zu verbannen, hielten Oberbürgermeister Matthias Doht und auch verschiedene SPD-Ratsmitglieder entgegen, dass für die Attraktivität eines modernen Stadtbusverkehrs das Anfahren des zentralen Markplatzes unumgänglich sei. Zu dieser Aussage kämen die KVG und auch die Stadtplaner. Gerade junge Muttis mit Kinderwagen oder ältere Bürger, oftmals auch schon gehbehindert, würden die Stadtbusse nutzen, um im Stadtzentrum wichtige Erledigungen zu tätigen, auch Einkäufe in der Goldschmiedenstraße zu erledigen, argumentierten die SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Winter und ihr Stellvertreter Thomas Levknecht. In der kleinen Goldschmiedenstraße würden die großen Stadtbusse eine Gefahr für die Fußgänger bedeuten, der Busspiegel wäre oftmals nur wenige Zentimeter vom Fußgänger entfernt, hielten die Vertreter der Interessengemeinschaft Goldschmiedenstraße dagegen. Sie plädierten für den Einsatz von Kleinbussen im Stadtzentrum. Andere Städte hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Zweifel über die Umsetzbarkeit in Eisenach blieben im Raum. „Eine mit Einkäufen beladene Oma in einen Kleinbus schicken, kann ich mir nicht vorstellen“, betonte SPD-Stadtratsmitglied Dr. Wolfgang Schenk als „bekennender Busfahrer“. Einigkeit wurde in der Auffassung erzielt, dass durch die Stadtautobahn spürbar Verkehr aus dem Stadtzentrum, insbesondere von der Rennbahn, verlagert wurde. Das innerstädtische Verkehrskonzept müsse der veränderten Situation angepasst werden, darin waren sich ebenso die Teilnehmer der öffentlichen Tagung der SPD-Stadtratsfraktion im Restaurant „Alt Eisenach“ einig. Oberbürgermeister Matthias Doht betonte, für alle Lösungsvorschläge inklusive Testphasen offen zu sein. Die Vertreter der Interessengemeinschaft Goldschmiedenstraße kündigten ein eigenes Konzept zur Lösung der Probleme in der Goldschmiedenstraße an. „Wir haben daher einen Folgetermin vereinbart“, erklärten Eisenachs SPD-Vorsitzender Torsten Tikwe. „Und dieser wird nicht auf die lange Bank geschoben, sobald das Konzept steht, werden wir uns wieder mit den Vertretern der Goldschmiedenstraße treffen“, betonte SPD-Stadtratsmitglied Susanne Köhler.
Th. Levknecht

 
 

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