Deutschland und Sibirien auf dem Weg zu einer gemeinsamen Entwicklung

Veröffentlicht am 04.04.2007 in Internationales

2007 ist das Jahr Sibiriens in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinsamkeiten von beiden Staaten begrenzen sich nicht darauf, dass sie zu Eurasien gehören. Es gibt mehr Ähnlichkeiten, als es einem unerfahrenen Beobachter erscheint. Zum Beispiel gibt es Bären nicht nur in Berlin, sondern auch in Sibirien.

Der Föderale Bezirk Sibirien ist eine riesige Region in der Mitte Russlands. Sein Territorium erstreckt sich über ca. 5,1 Millionen Quadratkilometer Fläche, wo über 19 Millionen Menschen leben. Die größten Städte, die zum Föderalen Bezirk Sibirien gehören, sind Nowosibirsk, Omsk, Tomsk, Kemerovo. Für mehr als eine Million Einwohner bietet jede von diesen Städten Arbeitsplätze in Holzverarbeitung, Luft- /Raumfahrtindustrie sowie der gesamten Hütten- und Metallverarbeitenden Industrie. Nicht zuletzt profitiert die sibirische Wirtschaft von zahlreichen Rohstoffvorkommen. 70 Prozent beträgt der Anteil der sibirischen Erdöl- und Kohleproduktion an der Gesamtproduktion Russlands. 90 Prozent der Erdgasproduktion Russlands stammt aus Sibirien. Darüber hinaus gibt es große Bunt- und Edelmetallvorkommen im sibirischen Boden. Deswegen gilt Sibirien als die Schatzkammer Russlands. Auch im Hochtechnologiebereich ist Potenzial vorhanden.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Wirtschafts- und Wissenschaftspotentiale beider Länder gemeinsam auszuschöpfen. Um Unternehmer, Wissenschaftler beider Staaten zusammen zu bringen, wurde darum das Jahr 2007 zum „Jahr Sibiriens in Deutschland“ erklärt. Ein entsprechendes Kooperationsabkommen wurde im April 2006 während der Deutsch-Russischen Regierungskonsultationen im westsibirischen Tomsk unterzeichnet. Die Initiative geht vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Regionalen Sibirischen Assoziation „Sibirisches Abkommen“ aus. Bereits im Januar 2007 hat eine große Delegation aus politischen und landwirtschaftlichen Vertretern Sibirien auf der Grünen Woche in Berlin erfolgsreich präsentiert.

Ein Wirtschaftstag „Sibirien“ findet am 16. April 2007 im Rahmen der Hannover Messe als ein zentrales Ereignis des Sibirienjahres in Deutschland statt. Sibirien stellt dort seine neue Industriepolitik vor, die auf wettbewerbsfähigen, wissenschaftsintensiven und hochtechnologischen Produkten basiert. Die Präsentation der sibirischen Wirtschaftspotenziale hat als Ziel, die Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen und Kooperationen in den hochtechnologischen Industriezweigen ins Gespräch zu bringen. An der Veranstaltung nehmen der bevollmächtige Vertreter des Präsidenten der Russischen Föderation für Sibirien, Anatolij Kwaschnin, die wichtigsten sibirischen Gouverneure und hochrangige Unternehmensvertreter aus Sibirien teil.

Svetlana Mikhaylova (zur Zeit Stipendiatin im Berliner Büro)
 
 

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