Veranstaltung der SPD Jena am 23.03.2012; 19:30, Volkshaus. Kleiner Saal
Demenz ist eine Krankheit, die in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert wird. Auch wenn in den letzten Jahren von Seiten der Medizin und der Politik erste Schritte gegangen wurden, um Missverständnisse und Ängste in der Gesellschaft in Bezug auf Demenzerkrankungen auszuräumen, so ist das Thema doch erst durch den Fall Rudi Assauer einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden.
Im Moment leben in Thüringen ca. 37.000 Demenzkranke. Ungefähr 75% der Kranken werden zu Hause gepflegt, 25% leben in einer Pflegeeinrichtung. Der Anteil demenzkranker Menschen ausgehend von der Gesamtzahl der Heimbewohner liegt bei ca. 50%. Die Gefahr, an Demenz zu erkranken, steigt ab einem Alter von 80 Jahren. Betrachtet man die demografische Entwicklung und die Tendenz, dass Menschen in Deutschland immer älter werden, wird deutlich, dass Demenzerkrankungen unser Leben, unsere Gesellschaft und das Miteinander zunehmend prägen werden. Sei es dadurch, dass wir selbst davon betroffen sind oder als pflegende Angehörige, als Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser oder aber als Politiker. Die Teilnehmer des Podiums können auf Grund ihrer Erfahrungen interessante Einblicke in diese Bereiche geben und die Fragen der Anwesenden beantworten. Wie kann die Öffentlichkeit besser über die Demenz und die damit verbundenen Krankheitssymptome informiert werden? Wie kann es gelingen, Hausärzte besser in Bezug auf eine frühzeitige Diagnose der Demenz zu sensibilisieren? Wie kann die Versorgung in den Krankenhäusern verbessert werden? Wie können pflegende Angehörige entlastet werden und wie kann insbesondere eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gelingen?
Das Podium setzt sich zusammen aus:
- Heike Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit
- Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister
- Prof. Dr. habil. Michael Opielka von der FH, Fachbereich Sozialwesen
- Prof. Dr. med. Klaus-Jürgen Bär, FSU, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
- Dr. rer. medic. Norbert Gittler-Hebestreit, Uniklinikum, Gesundheitsmanager
- Moderation: Ulrike Greim-Haspel