CDU: Genmais wird zum Betrieb der Biogasanlage benötigt

Veröffentlicht am 30.01.2009 in Gesundheit

Auf seiner letzten Sitzung beriet der Schmöllner Stadtrat unter anderem den von der SPD-Fraktion eingereichten Antrag „Keine Gentechnik auf kommunalen Flächen in Schmölln“.
Ein brisantes Thema, wurde doch letztes Jahr erstmals auf dem Gebiet der Stadt Schmölln gentechnisch veränderter Mais der Sorte MON 810 durch die Schmöllner Agrarprodukte GmbH angebaut, was für großen Unmut unter den Schmöllnern sorgte.

Da davon auszugehen war, dass das Abstimmungsergebnis knapp werden würde, beantragte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Rainer Auerswald, die namentliche Abstimmung über den Beschluss.

Der Antrag wurde bei einer Mehrheit von zehn Nein-Stimmen, sechs Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen abgelehnt. Dabei kamen allein sieben Nein-Stimmen aus den Reihen der CDU (Petra Dietrich, Ulrich Donat, Mario Erler, Matthias Jähler, Gerhard Kaminski, Horst Lorenz, Christian Thomas), sowie jeweils eine vom FDP-Stadtverordneten André Zimmermann und Mitglied der Fraktion die LINKE, Klaus Hübschmann. SPD und neues Forum stimmten der Vorlage einstimmig zu.

Dass die CDU-Fraktion diesem Antrag ablehnend gegenüberstand, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. „Doch waren die vorgebrachten Argumente teilweise abenteuerlich“, schätzt Sven Schrade, Vorsitzender der SPD Schmölln, hierzu ein. Petra Dietrich begründete ihre ablehende Haltung damit, dass ohne Genmais die Biogasanlage in der Sommeritzer Straße nicht betrieben werden könne. Dass der Geschäftsführer der Stadtwerke Schmölln, Jürgen Ronneburger, jedoch im letzten Jahr versicherte, dass kein genmanipulierter Mais verwendet wird, schien da nicht zu interessieren und sorgte für Kopfschütteln auf den gefüllten Zuschauerrängen ob dieser widersprechenden Worte. Ebenso sicherte Holger Schmidt, Vorsitzender der an der Biogasanlage beteilgten VR-Bank, zu, dass es nicht zum Einbringen von gentechnisch veränderten Organismen in die Biogasanlage kommt.

Der erste Beigeordnete der Stadt Schmölln, Horst Lorenz, warf den Antragstellern mit dieser Vorlage „ideologische Polemik“ vor und stritt für den Anbau von genverändertem Mais. Horst Lorenz ist hauptamtlich bei der Firma Bayer Crop Sience beschäftigt. Das Unternehmen ist einer der Marktführer bei der Produktion zur Saatgutbehandlung.

Im weiteren Verlauf signalisierte Lorenz jedoch Kompromissbereitschaft und brachte einen Änderungsantrag ein, der mehrheitlich angenommen wurde. Als die nun geänderte Beschlussvorlage zur abschließenden Abstimmung gestellt wurde, tat sich Verwunderliches. Die CDU stimmte mehrheitlich gegen den von ihr abgeänderten Gesamtantrag. Nicht nur die anwesenden Gäste waren erstaunt über die offensichtliche Widersprüchlichkeit der Christdemokraten.

Die Fraktion der LINKEN enthielt sich bei einer Ja- und einer Nein-Stimme mehrheitlich. Unverständlich in den Augen der anwesenden Gäste, bekannte sich doch die LINKE, sich für eine gentechnikfreie Region Altenburger Land einzusetzen.

„Trotz der Ablehnung des Antrages nimmt das Ziel der Schaffung eines gentechnikfreien Altenburger Landes für die SPD weiterhin eine wichtige Rolle. Im anstehenden Wahlkampf werden wir dies auch nocheinmal deutlich machen“, so Schrade abschließend.

SPD Schmölln

 
 

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