Vermutlich in der Nacht vom Sonntag auf den Montag wurde in die Scheibe des SPD-Wahlkreisbüros des Landtagsabgeordneten Wolfgang Lemb ein Loch geschlagen. Ohne Sicherheitsglas wäre die Scheibe in dem Bürgerbüro wahrscheinlich komplett zerfallen. Die Spuren wurden von Polizei und Kripo gesichert.
Bereits am 21. Juni wurden an die Scheiben des Büros, welches sich im Erdgeschoss befindet, Aufkleber der „Nationalen Sozialisten“ geklebt. „Wir vermuten einen rechtsextremen Hintergrund, weil Wolfgang Lemb und ich uns gegen Nazis engagieren.“, so die persönliche Mitarbeiterin des Abgeordneten, Melanie Siebelist.
In einem OTZ-Interview hatte Siebelist am vergangenen Freitag als Vertreterin des Geraer Bürgerbündnis gegen Rechts auf die kommende Veranstaltung der Nazis am 10.07. aufmerksam gemacht. „Wie mir Frau Poser-Ben Kahla mitteilte, wurden heute auch am Unicef-Büro Aufkleber der „Anti Antifa“ gefunden“, so Siebelist über die Leiterin des Unicef-Büros, die als Vertreterin vom Runden Tisch ebenfalls an dem Interview beteiligt war.
Aus Sicht der Sozialdemokratin könne es nicht sein, dass Rechtsextreme 65 Jahre nach dem Sieg über das Nazi-Regime wieder Angst und Schrecken verbreiten. Diesem Treiben müssten die Geraer endlich ein Ende bereiten. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Die Vorfälle der letzten Wochen zeigen, dass unser Protest wirkt. Aber wichtig ist jetzt, die Betroffenen nicht allein stehen zu lassen. Kommen Sie am 10.7. zur Heinrichsbrücke und zeigen Sie, dass wir in unserer Demokratie für Nazis keinen Platz haben.“