Große Erwartungen geschürt, aber keine Erfolge zu vermelden ? diese Bilanz zieht das Wirtschaftsforum der Thüringer SPD aus dem Besuch von Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in den USA. "Wir möchten wissen, ob es konkrete Zusagen US-amerikanischer Unternehmen gibt, sich kurz- bis mittelfristig in Thüringen anzusiedeln", so Michael Kemper, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsforums.
Zu befürchten sei, dass Althaus und Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) durch fehlende Erfahrung und mangelnde Sensibilität im Umgang mit potenziellen Investoren keine Visitenkarte für Thüringen als Wirtschaftsstandort abgegeben hätten.
"Ein Investor schätzt neben harten und weichen Standortfaktoren kompetente Ansprechpartner, die sein Vorhaben fachlich versiert, zielgerichtet und vertraulich begleiten," so der diplomierte Kaufmann Kemper weiter. Müsse ein Unternehmer dagegen feststellen, dass man die Öffentlichkeit und damit auch die Konkurrenz über Gespräche informiere, bevor diese zum Abschluss gekommen seien, könne dies nur als faux-pas angesehen werden, der nicht geeignet sei, Vertrauen des potenziellen Investors in die Zuverlässigkeit der thüringischen Landesregierung herzustellen.
"Seit der Rückkehr aus dem gelobten Land ist es verdächtig still geworden um die mit immerhin bis zu 1.000 Arbeitsplätzen angekündigte Ansiedlung eines US-amerikanischen Automobilzulieferers in Thüringen", wundert sich Kemper über die Sprachlosigkeit von Althaus über konkrete Ergebnisse seiner Reise.
Die dürftige Ansiedlungsbilanz der CDU-Regierung - 16.000 neuen Arbeitsplätzen in sieben Jahren stehe ein Rückgang der Erwerbstätigen um 92.000 allein in den letzten zwei Jahren gegenüber ? könne nicht überraschen, wenn man geplante Investitionen so unprofessionell bearbeite, wie gerade beim USA-Besuch erlebt.
Die Öffentlichkeit habe nunmehr ein Recht darauf, zu erfahren, wie viele neue Arbeitsplätze in Thüringen als Ergebnis der Bemühungen in den USA zu erwarten seien, lautet die Forderung des Wirtschaftsforums an die Adresse von Althaus.