"Natürlich kann auch Leiharbeit ein Instrument sein, um kurzfristigen Auftragsspitzen zu begegnen. Oft wird sie aber missbraucht und hält Menschen langfristig in prekärer Beschäftigung," sagt AfA-Landesvorsitzender Frank Weber. Er verweist darauf, dass Thüringen im Bereich der prekären Beschäftigung immer noch einen traurigen Spitzenplatz belege.
So sei es durchaus sinnvoll, bei Investitionen in die Erweiterung bestehender Unternehmen auch dafür Sorge zu tragen, dass "gute Arbeit" entstehe. "Eine Firma die verantwortlich handelt und dauerhafte Märkte besetzt, muss gegenüber anderen die nur auf kurzfristige Gewinne aus sind, bei der öffentlichen Förderung auch Vorteile haben. Es ist die Aufgabe des Staates, Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu setzen. Es wäre schlimm, wenn wir Lohndumping und Billigkonkurrenz gegenüber etablierten Unternehmen durch Steuermittel fördern. Ich bin sicher, dass die Beschäftigten in Thüringen nicht wollen, dass die durch ihre Arbeit aufgebrachten Steuern in Unternehmen fließen, denen sichere Arbeitsplätze und gute Löhne für die Menschen egal sind. Daran, dass wir gerade das nicht tun, erkennt man sozialdemokratische Wirtschaftspolitik", so Weber. Die AfA regt darüber hinaus an, noch weitere Möglichkeiten zu finden, um "gute Arbeit" zu fördern. Die "künstliche Aufregung" der Thüringer IHKs hingegen hätte nichts mit Interessenvertretung der Thüringer Unternehmen zu tun, sondern sei von "ideologischer Prägung", erklärt die AfA. "Wer sich mit Unternehmern unterhält, der hört vielerorts Unverständnis über eine mangelnde Begrenzung von Leiharbeit und Billigkonkurrenz auf dem Rücken der Beschäftigten. Wer Fachkräfte im Land halten will, muss genau solche Akzente setzen. Zum Glück sieht das ein großer Teil der Unternehmer im Freistaat anders, als die selbsternannten Wirtschaftsvertreter", sagt der AfA- Vorsitzende.