90. Jahrestag der ersten Parlamentsrede von Marie Jucharz

Veröffentlicht am 20.02.2009 in Soziales

Foto: Marke der Deutschen Bundespost 1969

Der 19. Februar 1919 zählt zu den bedeutendsten Tagen der deutschen Parlamentsgeschichte: Marie Juchacz, Abgeordnete der SPD, hielt als erste Frau eine Rede in einem demokratisch gewählten Parlament in Deutschland, in der verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Nur drei Monate zuvor war auf Initiative der SPD das Frauenwahlrecht Gesetz geworden. Schon die von Marie Juchacz gewählte Anrede "Meine Herren und Damen!" erregte bei den männlichen Zuhörern große Heiterkeit. Davon ließ Marie Juchacz sich jedoch nicht abhalten, ihre Stimme für die junge Demokratie zu erheben. Die politische Gleichstellung begriff sie als Chance für die Frauen, nun endlich ihre "Kräfte zur vollen Entfaltung" zu bringen und sich in die drängenden Probleme ihrer Zeit einzumischen. Das aktive und passive Wahlrecht war für sie nur der erste Schritt dazu, mit "angestrengtester und zielbewusstester Arbeit den Frauen im staatsrechtlichen und wirtschaftlichen Leben zu der Stellung zu verhelfen, die ihnen zukommt." - so der Auftakt ihrer engagierten Rede.

Zwar ist der Frauenanteil in den Parlamenten im Vergleich zu 1919 deutlich gestiegen. Das reicht aber, so die SPD-Landtagskandidatin Dorothea Marx, noch lange nicht aus für eine tatsächliche Gleichstellung. Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland im EU-Vergleich besonders hoch. Die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sind trotz der am besten ausgebildeten Frauengeneration, die unser Land je hatte, weitgehend „frauenfreie Zonen“.

Gleicher Lohn für gleich(wertig)e Arbeit, mehr Frauen in die Führungsetagen von Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Lehre sowie ein Mindestanteil von Frauen in Aufsichtsräten - das sind Forderungen, für die sich die SPD heute einsetzt. Dorothea Marx fordert in diesen Bereichen verbindliche gesetzliche Regelungen, damit die rechtliche Gleichstellung endlich in allen Bereichen zur Realität wird.

 
 

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