Beschäftigungsrückgang in Thüringen hat landespolitische Ursachen

Veröffentlicht am 11.05.2009 in Arbeit & Wirtschaft

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD Thüringen (AfA) sieht im
Beschäftigungsrückgang im Freistaat die folgenschwere Konsequenz verfehlter
Landespolitik.
„Der Freistaat braucht eine stabilere Binnennachfrage. Nur wenn die Menschen
vernünftige Löhne und Arbeitsbedingungen haben, kann sich eine solche auch
entwickeln“, erklärte Frank Weber, Landesvorsitzender der AfA.

Der SPD-Arbeitnehmerflügel kritisiert die mangelnde Unterstützung von Gewerkschaften
bei ihren berechtigten Lohnforderungen durch die CDU-Landesregierung und die strikte
Ablehnung eines gesetzlichen Mindestlohnes.
„Solange diese Landesregierung stolz darauf ist, dass wir hier die unsichersten Jobs und
die schlechtesten Löhne bundesweit haben, werden weiter junge Menschen das Land
verlassen und die restliche Bevölkerung noch mehr verunsichert“, so Weber.
Laut Weber gibt es aber auch andere Möglichkeiten für die Politik gegenzusteuern. „Wir
brauchen das Prinzip des „equal pay“ (Gleicher Lohn für gleiche Arbeit) für alle
Beschäftigungsformen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Leiharbeit nicht
missbraucht wird und Frauen für die gleiche Arbeit auch endlich das gleiche Geld
bekommen. Solange aber diese Landesregierung die Probleme der Menschen ignoriert,
wird sich weder an der Abwanderung, vor allem junger Frauen, noch an der
Konsumzurückhaltung etwas ändern.“ Zur Zeit bekommen 38 Prozent der erwerbstätigen
Frauen in Thüringen einen Lohn von unter 700 Euro. Für die gleiche Arbeit erhalten
Frauen rund 22 Prozent weniger Lohn als Männer.
In einigen Branchen werden in der Tat noch qualifizierte Kräfte gesucht. Aufgrund besserer
Löhne sind die notwendigen Fachkräfte aber längst in andere Bundesländer abgewandert.
Die SPD – Arbeitnehmer fordern deshalb die Landesregierung auf, ihre Auffassung, dass
Billiglöhne ein Standortvorteil sind, endlich an den tatsächlichen Realitäten zu messen und
umzusteuern.

 
 

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