Kultus schleppt DNT Weimar zur Schlachtbank

Veröffentlicht am 11.09.2006 in Bildung & Kultur

Die Vorstöße des Thüringer Kultusministers, das Deutsche Nationaltheater Weimar de facto zu zerschlagen, erntet bei den Jusos Weimar und Erfurt pure Empörung.

Die Nachricht von der Umstrukturierung des DNT traf den Landesvorsitzenden der Jusos Thüringen, Peter Metz (aus Erfurt) und den Kreisvorsitzenden der Jusos Weimar / Weimarer Land, Sven Steinbrück wie ein Blitzschlag.
?Das Kultusministerium bläst zum Sturmangriff auf die Weimarer Klassik? stellt Sven Steinbrück fassungslos fest. ?Eine solche Idee auch nur zu äußern, hebt die Geschmacklosigkeit des Kultus nur noch weiter hervor.?

Der Vorschlag, die Staatskapelle und das Musiktheater des DNT in die Landeshauptstadt zu verlagern und dem Weimarer Theater lediglich das Schauspiel zu überlassen, sorgt bei den Jusos für offenen Aufruhr.

Obwohl dem SPD Nachwuchs bewusst ist, dass dieser Schachzug des Kultusministers auch als Verwirrungstaktik zu interpretieren sein kann, so sprechen sich die Jusos für ein sofortiges Ende der laufenden Diskussion aus.
Sie fordern den Ministerpräsidenten Dieter Althaus dazu auf, dem tragischen Spiel seines Kultus ein Ende zu bereiten.
?Wir sind für die Kooperation der beiden Häuser. Thüringens Theater- und Schauspielhauslandschaft darf nicht zu Gunsten Erfurts und/oder Weimars ausbluten?, stellt Metz klar.
?Allerdings muss diese Kooperation auf Augenhöhe geschehen. Der gegenwärtige Vorschlag wird Weimar als Hort von Kunst und Kultur in Thüringen alles andere als gerecht.?
Die Jusos sind solidarisch mit allen Theatern und Bühnen in Thüringen und wollen keine einzige dem Rotstiftwahn zum Opfer fallen lassen.
Allerdings muss der Standort Weimar besonders gesichert werden. Das DNT, als ältestes Dreispartentheater im Land und Herzstück der deutschen Klassik ist zeitgleich der Mittelpunkt des Weimarer Kultur- und Tourismuslebens.
Die Zerhackung des DNT ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Stadt Weimar, sondern auch das des Freistaates. Die Marke Weimar ist eine der bedeutenden Triebfedern des internationalen Thüringentourismus - das Nationaltheater ein Symbol dafür.
?Der Herr Professor hätte auch vorschlagen können die Wartburg in Eisenach abzureißen. Dieser Vorschlag hätte ähnliche Qualität.?, legt Sven Steinbrück nach.

Generell üben die Jusos Kritik an den Einsparungswünschen der Landesregierung. Die Haushaltskonsolidierung musste herhalten um die Theaterdiskussion ins Rollen zu bringen. Eine Milliarde Euro braucht das Land für einen ausgeglichenen Haushalt.

Mit einem Einsparvolumen von 10 Millionen Euro sollen nun die Theater den Konsolidierungswunsch untermauern. Fakt ist: Bereits jetzt stehen die Bühnen des Freistaates finanziell mit dem Rücken zur Wand. Die Belegschaft des Deutschen Nationaltheaters Weimar hatte in den vergangenen Verhandlungen zur Kulturfinanzierung mit dem so genannten ?Weimarer Modell? unter anderem Lohnkürzungen hingenommen um ihr Haus in entsprechender Qualität zu erhalten.

Statt der Kürzungswut seitens der Landesregierung sprechen sich die Jusos für eine Kulturraumfinanzierung aus. Mit diesem Modell würde sowohl den traditionellen Bedeutungen der einzelnen Häuser Rechnung getragen werden, als auch die Erreichbarkeit der Spielstätten garantiert werden. Darüber hinaus fordern die Jusos die Landesregierung auf endlich ein Tourismuskonzept zu erstellen, welches auch die Theater des Landes mit einbezieht.

Das Kultusministerium begründet die Kürzungsdebatte mit angeblichen Überkapazitäten bzw. mit zu geringen Auslastungszahlen in den Spielstätten.

Ein entsprechendes Tourismuskonzept könnte mehr Menschen in die Thüringer Theater bringen und würde den eingebrachten Kürzungsargumenten den Wind aus den Segeln nehmen.
Man kann nur spekulieren, ob die Landesregierung derartige Überlegungen noch nicht angestrengt hat oder vielleicht auch gar nicht anstrengen will.

?Der Schaden, den das Land jedenfalls hier anrichtet, kann die eingesparten 10 Millionen Euro in hundert Jahren nicht aufwiegen.?, so Steinbrück abschließend.

 
 

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