Alleinerziehende in Jena benachteiligt

Veröffentlicht am 17.02.2015 in Allgemein

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung beschäftigte sich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Jena am 10. Februar mit der Situation von alleinerziehenden Frauen in Jena. Ines Morgenstern, Vorsitzende des Orbit e.V. berichtete dazu über die Ergebnisse der von dem Verein 2009 durchgeführten Studie „Familien in Jena“.

Aktuellere Zahlen liegen im Rahmen einer von Sozialministerium beauftragten Studie zur Familienfreundlichkeit in Thüringen vor. „Diese Studie ist aber noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben“, berichtete Frau Morgenstern. Die Vorsitzende der AsF Jena Melanie Pesch fordert daher die zuständige Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner auf, die Ergebnisse dieser Studie endlich zu veröffentlichen. „Nur so ist es möglich, ein umfassendes, aktuelles Bild auch über die Lage der Alleinerziehenden in Thüringen zu erhalten und daraus konkrete Maßnahmen ableiten zu können.“ Jena ist zwar auch in diesem Punkt ein „Leuchtturm“, die Lage alleinerziehender Frauen im ländlichen Raum um Jena herum, ist jedoch deutlich schlechter.

Dennoch gibt es auch in Jena Verbesserungsbedarf, worauf Dr. Tanja Groten, die stellvertretende Vorsitzende der Jenaer AsF, ausdrücklich hinwies. „Die Zahlen der Studien belegen, dass in einigen Stadtteilen überdurchschnittlich viele alleinerziehende Frauen leben, die über wenig Einkommen verfügen und oft auch nicht im Besitz eines Führerscheines oder einer Monatskarte für den Nahverkehr sind. Diese Frauen und ihre Kinder sitzen buchstäblich in ihren Stadtteilen fest.“ Mit dem vom Stadtrat beschlossenen Wegfall der Erstattung von Schülerbeförderungskosten würden besonders diese Frauen bei der Schulwahl für ihre Kinder eingeschränkt. Dies könne nur teilweise dadurch aufgefangen werden, dass Inhaberinnen des Jenabonus von den Kürzungen ausgenommen sind. „Es fallen mal wieder die Frauen durch den „Rost“, die es aus eigener Kraft gerade so schaffen, nicht auf staatliche Transferleistungen angewiesen zu sein“, kritisierte Groten.

 
 

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