Antwort auf den Leserbrief "Moskauer Platz zum Stiefkind der Stadt geworden" und "Ein Ghetto für das Prekariat" von Dr. Günter Andres, Architekt BDA, Erfurt in der TLZ:
Sehr geehrter Dr. Andres,
ihr Artikel strotzt, was die Aussagen zum Ortsteil Moskauer Platz angeht vor Falschaussagen, Unkenntnis und Überheblichkeit. Von ihrem Wohnort in der Winzerstraße aus scheinen Sie die Bodenhaftung zu den normalen Menschen völlig verloren zu haben. Festzustellen bleibt aber schon jetzt, dass Akademische Grade wohl nicht vor Torheit schützen.
Gern würde ich Sie zu einem Besuch am Moskauer Platz einladen. Dieser Stadtteil hat im Übrigen im letzten Jahr weniger Einwohner verloren hat als ihr Ortsteil Hochheim. Dort können sie sich ein Bild vor Ort machen und ihre denunziatorischen Aussagen einem Wirklichkeitstest unterziehen.
Was Ihre Aussagen betrifft, so möchte ich aber gern für die geneigten Leserinnen und Leser der TLZ folgende Informationen geben, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen:
1. Die Stadt Erfurt hat 2010/11 den Berufsschulstandort Bukarester Straße 1/2 mit ca. 1 Mio. € aufgewertet. Berufsausbildung war dem Stadtrat im Moment mehr wert, als Geld für ein kulturelles Zentrum auszugeben.
2. Die Stadt Erfurt baut 2010/11ein Stadtteilzentrum in der Moskauer Straße für ca. 1,7 Mio. €. Es wird ein Zentrum für die Bevölkerung, die dort wohnt, ausgerichtet für die dort lebenden Zielgruppen.
3. Die Stadt Erfurt hat 2010/11 über 2 Mio. € Fördergeld für den KITA Ersatzneubau der evangelischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ in der Bukarester Straße bereitgestellt und
4. hat der Erfurter Stadtrat am Moskauer Platz bewusst Ortsteilvertretungen eingeführt, um eine Vielzahl kleinerer Probleme, Befindlichkeiten und Mängel vor Ort zu klären.
Unstrittig ist, dass das „Kultur-und Freizeitzentrum“ in seinem derzeitigem Zustand die Gesamtsituation im Ortsteil abwertet und den gesamten Stadtteil in einem schlechten Licht erscheinen lässt.
Als Architekt wissen Sie doch genau, und deswegen unterstelle ich Ihnen bewußt Boshaftigkeit, welche Faktoren bei der Entwicklung von Grundstücken zu beachten sind. Vielleicht haben Sie sogar das Zentrum damals mit geplant. Es war eben eine andere Zeit. Wir versuchen heute aus diesem Erbe das Beste zu machen und ich glaube, die vier genannten Schwerpunkte zeigen unseren heutigen Focus. Ich selbst wohne gern in diesem Stadtteil, bin nicht in dem „Speckgürtel“ gezogen, wie viele andere auch.
Was das Mosaik betrifft, hat ihre Zeitung Ende 2009/Anfang 2010 ausführlich darüber berichtet.
Wenn Herr Dr. Andres nicht nur die Bewohner eines ganzen Ortsteiles diffamieren will, sondern an der Sache interessiert ist, bitte ich ihn an dieser Stelle zu helfen und mit gutem Beispiel voran zu gehen, damit die Stadt auch diese Mittel (ca. 1 Mio. €) zur Restaurierung des unstrittig renommierten Künstlers aufbringen kann.
Torsten Haß
Ortsteilbürgermeister Moskauer Platz
Dieses Schreiben liegt der TLZ mit Bitte um Veröffentlichung vor.










